Erinnerungen
Beneath The Mountain, originally uploaded by st4rbucks.
Unmengen an Photos haben wir auf unserer fast 2.500 km langen Reise durch Island gemacht, versucht, alles festzuhalten, was das Auge kaum erfassen und der Kopf nur schwer begreifen kann.
Zuhaus stelle ich beim Betrachten der Bilder fest, daß sie schön sind. Aber es dennoch nicht schaffen, der Weite dieses Landes gerecht zu werden. Atemberaubende Kontraste tun sich auf, nichts begrenzt den Blick. Immer noch höre ich den Wind am Meer, rieche den Schwefel im Hochland, spüre die Kraft, die das Land verströmt.
Ein Wiedersehen wird es bald geben.
Im Land aus Feuer und Eis
Nach vier Stunden Flug rückwärts in der Zeit sind Step und ich nun für die nächsten Tage auf Island. Der heutige Tag in Reykjavík hat mit der Gewöhnung an die isländische Krone (man wird hier schwer an längst vergangene Lire-Zeiten erinnert) und Einkaufen beim Bonús (schwer amerikanisiert – hier gibt es Dinge, von denen man im spartanischen Österreich, das noch nicht mal mit Sprite Zero oder Vanilla Coke aufwarten kann) begonnen, wird morgen ähnlich fortgesetzt und läßt uns übermorgen mit unserem Suzuki Jimny zu großen Taten rund um die sagenumwobene Ringstraße aufbrechen.
Internet ist in Reykjavík kein Problem. Wie es in den nächsten Tagen mit der Kommunikation aussehen wird, ist fraglich. Wobei: So ein paar Tage offline ist ja auch mal was schönes.
PS: Heute neues isländisches Wort gelernt. Tannlæknir. Zum Glück nicht zum Eigenbedarf.
Last (Wo)Man Standing
(© Stephan Mantler)
Wieder zuhaus. Alles, ALLES tut weh. 11 Stunden und 18 Minuten von 12 möglichen Stunden im Sattel gesessen (der Mensch muß ja auch mal Pipi), 249 mal den Kurs befahren, dabei 270,05 km und knapp 2.000 Höhenmeter zurückgelegt und nicht einmal geschaltet, weil das Rad hatte nur einen Gang.
Das erste Rennen der Saison ist absolviert und ich bin, wie man hierzulande so schön sagt, „paniert“. Und was heute schon so richtig weh tut, wird morgen sicher noch viel mehr Spaß machen. Aber bis ins Büro sind’s ja nur 17 km. Mit dem Rad.
Veröffentlicht unter Fixed Gear, Sport
Tagged Singlespeed, Fixie, wien, Rennen, fixedgear.at, lms, last man standing
Experiment Sonnenblume
Veröffentlicht unter Arbeit, photo
Tagged büro, blume, dose, experiment, sonnenblume, test
@st4rbucks
@st4rbucks, originally uploaded by littleskunk.
Wenn das kein schmeichelndes Bild meiner bescheidenen Person ist, dann weiß ich auch nicht. Danke an Daniel für’s Zaubern.
Frühling, Sonne, Idioten
Kaum ist es warm, kommen sie heraus aus ihren Löchern, ihren Verstecken, streifen ihre dicken Daunenpanzer und Thermobeinkleider ab und präsentieren allen, ob die nun wollen oder nicht, ihr wabbelliges, bleiches Fleisch. Es quilt aus über die Winterzeit zu eng gewordenen T-Shirtärmeln, macht Muffintops am oberen Ende von festgezurrten Jeans und ist ebenso erotisch wie die über die kalte Jahreszeit verloren gegangene Intelligenz der gehirnlosen Schwabbelmonster.
Zombie’esque taumeln die Menschen in die Sonne blinzelnd über Fußwege, in Cafés, über Straßen, schauen nicht links, nicht rechts, gehen einfach und scheinen zum Frühstück eine viel zu große Portion „Mir gehört die Welt“ gefrühstückt zu haben. Quietschende Autobremsen, zehn Zentimeter vor ihren Kniescheiben stoppende Stoßstangen, fluchende Radfahrer – interessiert sie alles nicht, denn sie sind geblendet von der Welt, die auf einmal so tut, als wäre sie uns wohlgesonnen.
Ist sie aber nicht. Sie täuscht die einen, die sich plötzlich im Paradies wähnen und an der Copa Kagrana von käuflichen karibischen Mädchen und gechlorten All-Inclusive-Club-Swimmingpools träumen, und treibt die anderen, die wenigen bei bisher klarem Verstand, in den Wahnsinn ob der Erkenntnis, wie blöd die eigene Spezies eigentlich ist.
Was denen bleibt, die nicht durchdrehen wollen (wobei so ein Amoklauf ja schon etwas für sich hat), ist die Flucht. Aus der Stadt, und wer sich das nicht leisten kann, in die eigenen vier Wände. Tür zu, Fenster zu, und maximal der Pizzabote darf nochmal kurz ‘rein. Und dann treffen wir uns, deren Gehirne noch nicht zerfressen sind, alle im Internet, machen uns über die Idioten lustig und weinen im Geheimen, daß wir damit gestraft sind, zu bemerken, wie die Neutronenbombe ganz ohne Knall und ganz langsam explodiert.




