Beiträge vom September 2008

Es hundelt

September 14, 2008 · Kommentar schreiben

Wien riecht nach Hund. Der Wind bläst einem den schlechten Atem der Bundeshauptstadt ins Gesicht, während man durch ihre Gassen schlendert. Köterkacke wo man geht und steht, soweit das Auge reicht, vom ersten bis zum letzten Bezirk, ohne Ausnahme. Kleine schwarze Chihuahua-Häufchen, dicke bräunliche Berge, jedwede Couleur und Konsistenz ist vertreten. Manchmal überraschen sie einen selbstbewußt mitten am Gehsteig, manchmal verstecken sie sich hinterlistig unter Zeitungspapier oder Laub, manche sind dezent im Rinnstein platziert.

Über eine halbe Million Hunde leben in diesem Land, allein offiziell 50.000 in Wien, wobei die Dunkelziffer weit höher ist, und mit ihren Exkrementen ließe sich jährlich ein sechs Kilometer langer Gütezug füllen. Leider nur verrichten die Hunde ihr Geschäft nicht in Güterzügen, sondern überall anders. Am liebsten direkt unter unsere Schuhsohlen, Fahrrad- und Kinderwagenreifen.

Natürlich ist es nicht ganz rechtens, die armen Vierbeiner auf ihre Ausscheidungen zu reduzieren. Es gibt weitaus mehr, was ich an Hunden unsympathisch finde. Ihr Fell riecht, wenn es naß wird. Sie sabbern. Sie lecken und schnüffeln an allem herum. Sie sind im Vergleich zu Katzen ständig aufgeregt. Manche bellen, andere beißen und viele tun beides, obgleich es da so ein Sprichwort gibt, das Gegenteiliges behauptet. Ich weiß es besser! Und einige sehen auch noch komisch aus! Viele humpeln, haben tränende Augen oder können keine Treppen steigen, weil genetische Defekte, die bestimmte Menschen schön finden, weiter gezüchtet wurden. Den meisten Hunden traue ich nicht. Sie sind Kriecher, die nach oben kuschen und nach unten wegbeißen. In diesem Punkt sind Hunde schon auch ein bißchen österreichisch.

Das schlimmste an ihnen sind jedoch ihre Besitzer. Nehmen wir jene vornehmen Damen als Beispiel, die zwar gegen genetisch manipulierte Tomaten sind, aber sich nichts dabei denken, Hunde „mit ohne“ Nase hinter sich herzuziehen.

Wer kein Hundehasser ist, sondern wie ich ein aufgeklärter Hundeskeptiker mit Urängsten vor aufdringlichen Fellträgern, muss zugeben, dass sie für das meiste, was sie zum Feindbild macht, nichts können. Unterhalb einer Elite engagierter Hundekenner tummeln sich Millionen von Menschen, die lieber Kakteen oder Gartenzwerge Gassi führen sollten. Was können die Tiere dafür, wenn ihre Besitzer sie überall hinmachen lassen? Was können sie dafür, dass dieses öffentliche Ärgernis mit einem Maß an Toleranz übergangen wird, das jede menschliche Minderheit vergeblich für sich proklamiert?

Bürgerbewegungen fordern Ampeln oder reißen Genmais aus, aber niemand wehrt sich dagegen, dass ganze Städte mit Ausscheidungen vermint sind. Pensionisten verpetzen Falschparker und halten Radfahrern in der Fußgängerzone Krückstocke in die Speichen. Aber warum lauern sie nicht in den Büschen und pöbeln Mitbürger an, wenn diese ihren Köter fürs Geschäft in den Park dirigieren? Dabei ist dies eine Ordnungswidrigkeit, die – wie uns seit kurzem etwa eine Milliarde „Nimm ein Sackerl für mein Kackerl“-Aufsteller in Wien erklären – mit Geldbußen verbunden ist.

Würde ich eine Ich-AG gründen, die im Auftrag des Senats Strafzettel an unverbesserliche Hundausführer verteilt, dann könnte ich von den Einnahmen allein in unserem Wohngebiet einen fürstlichen Lebensstil finanzieren. Denn viele angebliche Tierliebhaber gehen irrtümlich davon aus, dass sie sich mit der Hundesteuer ein landesweites Sch… Privileg erkauft haben. Und viel zu wenige Hausbesitzer haben Schilder am Zaun hängen wie jenes, das ich kürzlich in Berlin gesehen habe: „Wenn Sie nicht wollen, dass ich Ihnen auch mal vor die Tür scheiße, nehmen Sie Ihren Hund hier weg!“

Das Schilderprivileg haben die Herrchen. An unzähligen Gartentoren prangt eine unverblümte „Warnung vor dem Hunde“. Warum öffnen Briefträger und andere Besucher solche Türen überhaupt? Sollen sich die Besitzer dieser Schilder ihre Post doch selbst abholen oder von ihrem Hund bringen lassen!

Die Höhepunkte des Hundeswahns bewundere ich regelmäßig in Dokumentationen im Privatfernsehen. Neulich habe ich sogar eine „Tier-Nanny“ gesehen, die neurotische Hunde psychologisch behandelt. Bisher dachte ich, sowas gibt es nur für Menschen wie Madonna, deren Hunde auf der 5th Avenue einkaufen und Kabbala-Bänder um den Hals tragen. Aber auch bei uns fühlt sich auch Fiffi aus Pinkafeld etwas matt und braucht dringend eine Akupunktur. Zahlt das die Kasse?

Wenn ich beim Joggen von einem freilaufenden Hasso gestellt werde, spazieren dessen Eigentümer meist enervierend gemütlich heran. Wider besseres Wissen behaupten sie dann Dinge wie „Der spielt nur“ oder „Der tut nix“, während Hundi an meinen Schuhen nagt. Manchmal überlege ich dann, Frauchen an meine verschwitze Brust zu ziehen und ihr mit meiner Zunge gründlich übers Ohr zu schlabbern. Doch bisher habe ich der Versuchung stets widerstanden. Diese zivilisationsverdorbenen Spießer würden meine Geste nicht verstehen.

Kategorien: Alltag · Blabla
Mit Tag(s) versehen: , , , , , , ,

Von wegen Bundesländer

September 7, 2008 · Kommentar schreiben

Wer glaubt, Österreich wäre in Bundesländer, Bezirke und Gemeinden eingeteilt, der irrt. Seit geraumer Zeit macht sich eine neue Einteilung breit: der Bereich. Vor allem anderen ist Österreich nämlich in Bereiche eingeteilt.

Es beginnt im Arbeitsbereich, geht dann weiter im Freizeit- und privaten Bereich und macht selbst vor dem höchst persönlichen Intimbereich nicht halt. Bereiche, soweit das Auge sieht. „Bereiche“ sind modern, sind „in“, sind gefragt und überall. Hatte man früher einfach Rückenschmerzen, so tut es heute im Rückenbereich weh. Man schläft im Schlafbereich, wäscht sich im Naßbereich, ißt im Eßbereich, erholt sich im Gartenbereich und geht durch den Eingangsbereich in den Shoppingbereich.

Auch Urlaubsressorts und Hotels haben entdeckt, daß ihr Marktwert um ein Vielfaches steigt, reihen sie sich in diese „Bereichsschaft“ ein: In ihren Prospekten werben sie mit „Wellnessbereichen“, gratis Erfrischungsgetränken im „Poolbereich“ und dem versierten Personal Trainer im „Fitnessbereich“. Mit einer derartigen Bereichseinteilung kommt jeder Hotelier auch völlig ohne Sterne ganz groß ‘raus.

Da will natürlich niemand im bereichslosen Schatten bleiben. Wer sich neue Lautsprecher für seine Stereoanlage kauft, der will satte Bässe hören, daher versprechen Boxen-Hersteller heute „maximale Leistung im Bassbereich“ und Softwarefirmen bieten „Komplettlösungen für den Bürobereich“ an, wenn Firma X mal wieder die Rechner neu aufsetzen läßt.

Wo unbedarfte Gemüter noch von „Tag“ und „Nacht“ sprechen, sind Hobby-Astronomen längst dazu übergegangen, zwischen Tag- und Nachtbereich zu unterscheiden. Der Physik-Bereich kommt ohne die Einteilung in Stunden- und Minutenbereiche nicht mehr aus, und der Wirtschaftsbereich beobachtet die Entwicklung von Kursen und Aktien im Monats- und Jahresbereich.

Ob die explosionsartige Vermehrung der Bereiche tatsächlich eine Bereicherung der Sprache bedeutet, sei dahingestellt. Letztlich handelt es sich um nichts anderes als einen überflüssigen Appendix, der Eleganz oder Bedeutung vortäuschen soll, wo pure Banalität herrscht. Oder wird für Sie der Klobesuch zu einem besonderen Highlight, wenn Sie dafür nicht mehr auf eine Toilette, sondern in den Toilettenbereich gehen?

Kategorien: Alltag · Blabla
Mit Tag(s) versehen: , , ,

Außerhalb

September 3, 2008 · Kommentar schreiben

 

Wagt man sich entgegen aller Gewohnheit und besseres Wissen aus seinem natürlichen Lebensraum, den inneren Bezirken von Wien, heraus, steigt in eine der stinkenden U-Bahnen, die den Weg gen Transdanubien weisen, kann das nur zu einem Kulturschock führen. So geschehen just diesen Tages.

Die Neugier drängt – auf zu neuen Ufern! Es wird Zeit für Sozialstudien jenseits des Westbahnhofes mit seinen herumlungernden Junkies und Sandlern.

Mit der Stadt-U-Bahn zur City und dort in die U4, eines dieser Teufels-Gefährte, in denen man mit aller Wahrscheinlichkeit keine Snobs, dafür aber Proleten und abenteuerlustige Einheimische wie Touristen findet. Eine Prise Riechsalz unter die Nase und die unzählige Stationen dauernde Reise beginnt.

Schließlich steigt man kurz vor der Endstation an einem der überdimensionalen Einkaufszentren aus und startet den Feldversuch.

Durch eine Warmluftschleuse, die der empfindlichen Städternase nicht viel angenehmere Luft entgegenbläst, als der just hinter sich gebrachte U-Bahn-Schacht, führt der Weg ins Innere der Shopping Mall, wo das entsetzte Auge als allererstes Menschen in derart abscheuliche Freizeitbekleidung gehüllt erblickt, deren Einsatz am humanoiden Körper man sich in den inneren Bezirken gar nicht vorstellen kann.

Scheinbar ziellos irrt die homogen unappetitliche Masse wie eine ferngesteuerte Zombie-Truppe unter dem fahlen Licht der Neonröhren und Halogenlampen zwischen Kleinstgeschäften und Edelboutiquen, minimalistisch bestückten und vollgepropften Auslagen hin und her, schamlos beäugt von gelangweilten und desinteressierten Verkäufern und Verkäuferinnen.

Man hat nicht den Eindruck, daß sie kauflustig sind oder überhaupt Lust auf irgendwas (außer vielleicht frisches Menschenfleisch) haben; die wimmelnden Horden wirken eher so, als suchten sie Zuflucht vor der unsicheren Außenwelt, wo sie sich von wechselnden Temperaturen und ungeregeltem Straßen- und Personenverkehr bedroht fühlen. Hier ist alles gleichmäßig und gleichmäßig schlecht: die Beleuchtung, das Klima, die Überwachung durch Videokameras und stumpfsinnige Privatsoldaten mit viel zu großen Unterkiefern.

Es wird eingekauft, weil eingekauft (Entschuldigung: „geshoppt“) werden muß, weil das Geld in den Taschen der schrecklichen Gewänder sonst mitverwest. Nur um das aus den Regalen erworbene Zeugs zuhaus wieder in ebensolche zu stellen, ratlos anzustarren und darauf zu warten, bis es endlich sein Ablaufdatum erreicht haben.

Wer es hier nicht mehr aushält, verläßt die seelenlose Burg durch eine Drehtür (durch die normalen Seitentüren gehen nur normale Menschen) und macht sich auf den Weg in eine seelenlose U-Bahn-Station, um mit den praktischen städtischen Nahverkehrsmitteln in die nächste tote Zone zu reisen. Dort überrascht uns nichts, dort erweckt nichts unsere Begierde, dort können wir so leer sein, wie wir uns fühlen, dort ist Nichts auf natürlichem Wege entstanden, dort sind selbst Konflikte durchgeplant. Lugner City, Millennium Tower, Donauplatte, Twin Towers gefällig? Kein Problem, man ist gleich dort und sieht dieselben Geschäfte, dieselben müden Gesichter, dieselben Wesen.

Nur so läßt sich eine gefügige Bevölkerung erzeugen, die sinnlos Geld in Umlauf bringt, abends vor den Fernsehapparaten vegetiert oder als echte „Mall-Rats“ in ein ebenso seelenloses Kinocenter pilgert, um sich schlecht synchronisierte Hollywood-Massenware anzusehen und dazu ranziges Popcorn in sich hineinzuschlingen. Und nachher ab in ein szeniges Auslagenlokal mit Trance-Musik oder Syntheto-Funk, in eine von außen gut einsehbare Massenausspeisung mit Standardkost oder in die seelenlose Genossenschaftssiedlung, wo alle Nachbarn aus denselben Schnittbögen gefertigt wurden.

Ladies and Gentlemen, ich darf voller Freude vermelden, daß die Erfindung der Neutronenbombe gelungen ist. Alles Leben wird ausgelöscht, die Gebäude bleiben bestehen, die Architekten werden nicht in die Fundamente ihrer Verbrechen eingemauert, weil sie längst außerhalb in einer K&K-Villa residieren. Das Volk ist ruhig. Und wir sprechen mit gespaltener Zunge, schauen nur mehr aus den Augenwinkeln und halten uns Riechfläschchen unter die Nasenlöcher. Sinnlich ist, wer vergißt. Danke für die Aufmerksamkeit.

Kategorien: Alltag · Blabla · Freizeit
Mit Tag(s) versehen: , , , , , ,

Graffiti Beauty

September 1, 2008 · Kommentar schreiben

“go to work, send your kids to school
follow fashion, act normal
walk on the pavements, watch T.V.
save for your old age, obey the law
Repeat after me: I am free”

Gesehen in Bristol, UK

Kategorien: Kunst
Mit Tag(s) versehen: , , , ,

Endstation Liesing

September 1, 2008 · 1 Kommentar

Können Sie sich das vorstellen? Vorgestern – oder besser in den frühesten Morgenstunden des gestrigen Tages – war ich unterwegs auf einer Höllenfahrt. Und das kam so: Um acht am Abend war man zum gemeinsamen Tagesausklang mit dem Liebsten unterwegs in den vierten Wiener Gemeindebezirk, um dort den Richard und die Julia in deren trauter Behausung zu treffen. Man frönte mehr oder minder freiwillig dem Zusammensitzen bis halb drei in der Früh und machte sich dann orientierungslos, weil man den Vierten ja nicht wie seine Westentasche kennt, auf den Heimweg. Die Worte Richards klangen noch im Ohr: „Einfach links heraus aus der Tür, zwanzig Meter, dann ist da schon ein Taxistand“. Stimmte aber nicht. Stattdessen erspähten wir eine Nachtbushaltestelle, an der sich auch gerade ein Bus zur Abfahrt bereit machte. Kichernd und an wilde Zeiten erinnernd entschlossen der Liebste und ich uns dazu, doch wieder einmal ein wenig „retro“ zu sein und mit dem roten Ungetüm gen Heimat zu brausen. Wir erreichten mit letzter Kraft den bereits blinkenden N66, der uns angeblich (!) zum Kärntner Ring und der Oper chauffieren sollte, wo man in den N38 umsteigen und sich gemütlich heimfahren lassen wollte. Doch ach, welch’ Schreck, als man feststellte, daß man in die entgegengesetzte Richtung unterwegs war und plötzlich an der Anzeige im Bus der Name „Schöpfwerk“ aufschien! Jetzt aussteigen? Nein, sinnlos, da müßte man ja dann ewig irgendwo herumstehen und warten und hoffen, daß alsbald ein Gefährt in die andere Richtung käme, was selbstverfreilich nie der Fall gewesen wäre. Man hätte ausharren müssen, bis der Bus, dem man just entsprungen, seine Runde gedreht und einen erneut eingesammelt hätte! Man kennt das ja, also gaben wir uns keinen glücklichen Illusionen hin, sondern fügten uns in unser Schicksal und fuhren bis Liesing – und dann wieder zurück. Nach einer Stunde und fünfzehn waren wir an dem Ort angekommen, an dem alles begann. Restart. Nach einer weiteren Viertelstunde erreichten wir die Oper, nach zehnminütigem Warten kam der richtige Bus gen Nußdorfer Platz und weitere fünfzehn Minuten später waren wir endlich am Ziel unserer Reise. Haben Sie mitgerechnet? Eine Stunde, siebenundfünfzig Minuten. Für den „Hinweg“ brauchten wir knapp 20 Minuten – inklusive Wartezeit auf die U-Bahn und Bim. Phantastisch, sage ich Ihnen. Phantastisch. Das nächste Mal sch***en wir auf das Schwelgen in alten Zeiten und nehmen uns, wie sich das für Leute in unserem Alter gehört, wieder ein Taxi.

Kategorien: Blabla · Freizeit
Mit Tag(s) versehen: , , , , , ,

Übrigens…

September 1, 2008 · Kommentar schreiben

Grüße Sie, werte Herrschaften!

Ich darf Sie willkommen heißen zu meinem „Blog“. Ein „Blog“ ist etwas, das ich auch noch nicht genau verstehe, aber man sagte mir, es handele sich dabei um eine Art Tagebuch im Internetz und eben dieses würde mir den Versand meiner Gemeindebriefe um einiges erleichtern. Nämlich um den Versand.

In Zukunft werden Sie also unter dieser Adressen meine pseudo-intellektuellen, pseudo-prosaischen Ergüsse lesen und sich amüsieren, wundern oder ärgern können. Für was auch immer Sie sich entscheiden – ich wünsche Ihnen gute Unterhaltung.

Herzlichst,
st4rbucks

Kategorien: Blabla
Mit Tag(s) versehen: , , , ,

… and i’m rolling, rolling, rolling, rolling…

September 1, 2008 · Kommentar schreiben

Ich saß am Montagabend mit den Herrschaften von Vicious Dreams zusammen, so einer kleinen feinen Electro-Combo mit Stammsitz in Wien. Für die habe ich nämlich vor langer Zeit Photos gemacht – und dieses Mal keine Perversen, sondern so richtige „Bandpics“, wie man es wohl in der Fachsprache nennt. Nach zwei Shootings und wochenlanger Bastelarbeit waren die Bilder nun fertig und sollten übergeben werden.

Man traf sich zu diesem Zwecke einem wirklich edlen Kaffeehaus auf der Währingerstraße („Weimar“, wenn es Sie interessiert. Es heißt nur so, es ist nicht in der Zone, sein Inventar verbreitet kein nostalgisches DDR-Feeling und auch sonst erinnert nichts an „drüben“), saß eine Weile beisammen und plauderte und schließlich begann Guido Vicious-Dreams, sich eine Zigarette zu wuzzeln. Wie das immer so ist, bei Dingen, die ich nicht verstehe, blickte es aufmerksam auf die sich flink bewegenden Finger, die aus einem Klumpen Tabak, einem winzigen Blatt Papier und einem kleinen weißen Röllchen eine echte Zigarette formten. Guido Vicious-Breams bemerkte natürlich sofort das Starren und verschaffte mir Aufklärung in Sachen selbstgebasteltem Rauchwerk. All das hörte sich grandios an – was nicht nur an den Worten „viel billiger“ lag, sondern auch daran, daß man aufgrund des Drehens viel bewußter eine Zigarette rauchen würde und dann auch noch weniger!

Schnurstracks ging ich überzeugt am nächsten Tag in eine Trafik und erstand ein Packerl Tabak, Papers und Filter und machte sich mit Fernsehuntermalung auf der heimischen Couch daran, ihren ersten Zigaretten-Coup zu landen – was natürlich völlig in die Hose ging, denn was da meinen formenden Händen entsprang, hatte wenig Ähnlichkeit mit einer Tschik. Der Tabak fiel fast wieder heraus, das Papier klebte nicht dort, wo es sollte und auch sonst war alles eine große Blamage.

Nach nunmehr Tag zwei des Übens (inzwischen hat sich eine kleine Schachtel voll „Selbstgewuzzelter“ angesammelt, weil ich vor lauter Drehen nicht zum Rauchen komme – auch eine Taktik, übrigens) sieht das alles aber viel besser aus, und ich werde Ihnen in naher Zukunft mal so ein Ding anbieten. Seien Sie gespannt.

Herzlichst,
st4rbucks

Kategorien: Blabla · Freizeit
Mit Tag(s) versehen: , , , , , , ,