Beiträge vom November 2008

Ein Hund namens…

November 27, 2008 · 1 Kommentar

„Oaschloch!“ rief einer von den Sandlern, die sich in der kalten Jahreszeit in alkoholgeschwängerten und stinkenden Menschentrauben beim Rolltreppenabgang vom Kaufhaus Gerngroß zur U3-Station zusammenscharen. Dann blickte er sich triumphierend um. Ein räudiger Schäfermischling, der die Trinkergruppe gelangweilt umkreiste, wandte seinen Kopf dem Schreienden zu. Und dieser zeigte mit dem Finger auf das Tier. „Der erste Hund, der Oaschloch haaßt“, meinte er zu seinen Kollegen und allen Vorübergehenden, die das bestimmt nicht hören wollten (so wie ich). Und überhaupt – was heißt „der erste“? Als ob diese Idee nicht ebenso uralt wie banal wäre! Wahrscheinlich hat schon irgendein Urmensch, der auf die Idee kam, einen Hund nicht zu grillen, sondern als Haustier zu halten, das Viech „Oaschloch“ genannt und das vor seinen Miturmenschen grinsend für ausgesprochen witzig gehalten. Falsch. War damals nicht witzig, ist es auch heute nicht. Außerdem sollte man diesen Obdachlosen und Hippie-Schnorrer-Punks ihre Köter endlich wegnehmen. Wer nicht für sich selbst sorgen kann, braucht erst recht keinen Hund.

Übrigens….

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Lebenserwartung

November 24, 2008 · Kommentar schreiben


Finnen, die Schwedisch sprechen, leben länger als Finnen, die nur Finnisch sprechen. Jawohl. Und das nicht nur (Achtung, Wortwitz!) läppische zwei Wochen oder acht Monate, nein, ganze 25% Prozent! Das behauptet zumindest die neueste Studie finnischer Wissenschaftler. Wenn ich jetzt so frei bin und das auf mich umlege, dann hat das ernsthafte Folgen für die Umwelt. Unter Berücksichtigung aller Fakten, versteht sich.

Doch der Reihe nach:
Ich spreche Schwedisch, und das ist keine Lüge. Dieser Umstand sollte nun meine Lebenserwartung gegenüber der der restlichen nicht Schwedisch sprechenden Bevölkerung um 25 Prozent steigern. Mein Deathtest (auf den ich mindestens ebenso sehr vertraue, wie auf finnische Forscher) sagt aber, ich beiße mit nicht einmal 50 Jahren ins Gras. Ein Viertel von 50 (wenn man jetzt Kopfrechnen könnte, hm?) sind 12,5. 50 minus 12,5 sind 37,5, was eine gute Körpertemperatur, aber kein gutes Alter um zu sterben ist. Werde ich durch meine blöde Mehrsprachigkeit (danke, Mama und Papa!) nun also die Menscheit noch vor deren Midlifecrisis und Wechseljahren ausrotten? Eine Sache, die mir zu denken gibt, denn Misanthropie hin oder her, einen Massenmord wollte ich nie begehen. Oder nur samstags auf der Mariahilfer Straße. Soll ich nun schnell meine Wurzeln vergessen oder hat das keinen Sinn, weil das einmal gelernte Schwedisch quasi wie eine Schutzimpfung funktioniert? Oder beginne ich jetzt einfach, Äthiopisch (oder wie das heißt) zu lernen, in der Hoffnung, daß das den gegenteiligen Effekt hat und ich das Schwedisch damit ausgleichen kann?

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White Beauty

November 22, 2008 · Kommentar schreiben

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Jetzt in Weiß: das Fixie hat ein paar „Behübschungen“ erhalten, u.a. einen weißen Selle Italia SLR Titanium Tube, und erstrahlt in neuem, absolut herzbrechendem Look.

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Liftfahren

November 21, 2008 · Kommentar schreiben


Wie ich gestern so beengt im Lift eines modernen Hochhauses im elften Wiener Gemeindebezirk stand (fragen Sie mich jetzt nicht, was ich am Rande der Welt mache!), fiel mir ob der Situation folgendes ein:

Wie man sich im Fahrstuhl Freunde schafft
- eine Anleitung zum Glücklichsein.

Nichts ist schlimmer als Aufzug fahren: Auf engstem Raum stehen einige wildfremde Leute dicht nebeneinander, alle haben das Ziel, möglichst schnell wieder herauszukommen. Der eine hält die Luft an, einem anderen entweicht gar ein leichtes, verschämtes Lächeln, noch ein anderer hat gar etwas zu verbergen… Und Sie stehen mitten drin und haben noch eine Menge Zwischenstops vor sich. Hier ein paar Tips, wie Sie etwas Unterhaltung in die trostlose Fahrstuhl-Athmosphäre bringen können und wie Sie leicht ein paar neue Freunde finden.

1.
Wenn im Aufzug jemand vor Ihnen steht, dann tippen Sie ihm kurz auf die Schulter und tun so, als ob Sie es nicht gewesen wären.

2.
Stellen Sie ihren Schreibtisch hinten in den Aufzug, setzen Sie sich dahinter und fragen alle Leute, die hereinkommen, ob sie denn einen Termin haben.

3.
Tun Sie so, als wären Fliegen im Aufzug und schlagen Sie wie wild um sich.

4.
Ziehen Sie Ihre Designer-Digitalkamera aus der Tasche und machen Sie Photos von den anderen Leuten im Fahrstuhl.

5.
Wenn andere Leute einsteigen, fragen Sie sie höflich, in welche Etage sie wollen. Dann drücken Sie die falschen Knöpfe.

6.
Drücken Sie alle Knöpfe, die noch nicht leuchten, bevor Sie aussteigen.

7.
Stellen Sie Ihren Aktenkoffer in die eine Ecke das Fahrstuhles und sich in die andere. Fragen Sie andere Leute, die hereinkommen, ob auch sie so ein seltsames Ticken hören.

8.
Sehen Sie einen anderen Fahrgast eine Zeit lang mit starrem Blick an und schreien dann ganz laut: „Du bist auch einer von denen!!!“ Treten Sie dann langsam zurück, ohne ihn auch nur einen Moment aus den Augen zu lassen.

9.
Wenn irgendjemand einen Knopf drückt, machen Sie ein paar lustige Geräusche, zum Beispiel Quietschen, Zischen, Schnalzen.

10.
Drücken Sie einen Knopf und tun Sie so, also ob Sie einen elektrischen Schlag bekommen hätten. Drücken Sie dann den gleichen Knopf noch einmal und beginnen Sie dabei, heftig zu zucken und zu schreien. Hören Sie plötzlich damit auf und fallen Sie auf den Boden.

11.
Markieren Sie Ihre Zone mit Kreide auf dem Fahrstuhlboden.

12.
Wenn neue Fahrgäste den Lift betreten schauen Sie erst betreten, dann halten Sie sich die Nase zu und murmeln Dinge wie „Mir wird schlecht“, „Das gibt’s ja wohl nicht“ und „Oh mein Gott, was ist das? Was riecht denn hier nur so entsetzlich?“

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