Beiträge vom März 2009

Jim Jarmusch ist der, der z.B. Dead Man mit dem grenzgenialen und durchaus lecker anzusehenden Johnny Depp gemacht hat. Und auch sonst ziemlich abgefahrene Antworten auf dämliche Fragen zum Besten gibt.
Doof Fragender: „Why are you making films?“
Schräger Jim: „I had some other jobs, but I was fired“.
Kategorien: Kunst
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Tell me, if I caught you one day
and kissed the sole of your foot,
wouldn’t you limp a little then,
afraid to crush my kiss?…
- Nichita Stãnescu
Kategorien: Kunst
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Virtuelle Beziehungen eskalieren grundsätzlich, und zwar in jede Richtung – vertikal wie horizontal, vektorial, auktorial, intermedial und spirituell. Ob es sich um eine freundschaftliche, eine erotische oder eine Arbeitsbeziehung handelt, im virtuellen Raum wird Liebe zu Hass und Hass zu Liebe. Das Medium scheint einen Katalysatoreffekt auf Gefühle aller Art zu haben. Liegt es wirklich am Medium? Ich glaube nicht.
Es liegt daran, dass wir monadengleich in viereckigen Kästen hocken und auf viereckige Kästen starren, die uns Informationen, Emotionen und Tagesbefindlichkeiten verschiedenster Individuen transportieren – an der Monade, die sich mit verschiedenen technischen Hilfsmitteln eine soziale Interaktion simuliert, die gar nicht stattfindet.
Schlössen wir in einer Art Gedankenexperiment einen einzelnen Hund an den virtuellen Raum an und überfluteten ihn mit den Informationen anderer Hunde, würde er wahrscheinlich versuchen, sich selbst die Kehle durchzubeißen oder mit sich selbst zu kopulieren.
Warum?
Turid Rugaas, eine norwegische Hundetrainerin, hat heraus gefunden, daß Hunde über ein breit gefächertes Repertoire von so genannten calming signals verfügen – Zeichen, die Konflikte entschärfen und Spannungen abbauen sollen.
Allein gelassen vorm Computer ist der arme Hund weder in der Lage, calming signals zu empfangen, noch, welche zu senden. Also wird er verrückt.
Menschen kennen ebenfalls Beschwichtigungssignale: mit den Augen zwinkern, eine Hand auf den Arm legen, ein Lächeln oder ein Lachen. Befinden wir uns nicht gerade mit Hilfe eines Cybersuits oder einer Videokonferenz im virtuellen Raum, haben wir keine Möglichkeit, konfliktlösende Signale zu senden oder zu empfangen. Die geschriebene Sprache, wie sie in eMails, Foren oder Weblogs verwendet wird – reicht dazu nicht aus, birgt eine Fülle von Möglichkeiten für Mißverständnisse und Fehlinterpretationen.
Es gibt also nur drei Wege, die wir gehen können:
- Wir gehen offline und lassen uns vom echten Leben annerven, bis wir wahnsinnig werden.
- Wir bleiben im Internet und verlieren den Verstand.
- Wir treiben die technologische Entwicklung des Cybersuits voran.
Punkt 3 bietet nicht die Garantie für uneingeschränkte geistige Gesundheit, hätte aber den Vorteil, daß endlich jeder Sex haben könnte, ohne vorher eine real existierende Person mühsam dazu überreden zu müssen: Alle hätten die ganze Zeit Sex wie verrückt mit ihrem idealen virtuellen Partner.
Das klingt für mich irgendwie nach der erfreulichsten Lösung.
Kategorien: Internet · Web 2.0
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Endlich weiß ich, wie alt ich bin. Ich meine, wie alt ich wirklich bin. Denn wer von der eigenen Ärztin aber als „Frau mittleren Alters“ betitelt wird, entwickelt irgendwann Mißtrauen gegen das eigene Geburtsdatum.
Also ließ ich auf der Internetseite eines großen deutschen Wochenmagazins mein „biologisches“ Alter errechnen. Im Gegensatz zum biografischen darf man hierfür nicht einfach nur gemütlich vor sich hin altern. Man muß die richtigen Antworten kennen im großen Alterstest von „Wer wird Pensionär?“
Esse ich mehrmals täglich Obst und Gemüse? Bete oder meditiere ich regelmäßig? Trockne ich nach dem Duschen auch die Zehenzwischenräume ab? Na, wenn ich dadurch jünger werde. Nach Frage 7 weiß ich, was passiert, wenn ich die Haut auf meinem Handrücken mit zwei Fingerspitzen hochhebe und dann schnell wieder loslasse. Vermutlich brachte es mich mindestens ein halbes Jahr nach vorne, daß ich b) ankreuzen konnte: „Meine Haut tut nicht weh, macht beim Zurückschnippen kein Geräusch und bleibt auch nicht als Hörnchen stehen.“ Entschuldigung, Sie haben da ein Hörnchen auf dem Handrücken, darf ich Ihnen über die Straße helfen?
Auch „einschneidende Erlebnisse“ sollen sich unangenehm auf das biologische Alter auswirken, „z.B. Todesfall, Scheidung, Umzug“. Ach du liebe Lebenszeit! Kein Wunder, wenn demnächst auf den Lastwagen der Umzugsunternehmen der gleiche Warnhinweis angebracht wird wie auf Zigarettenschachteln: „Umziehen kann tödlich sein.“ Und wie viele Greise hat s Bausparkasse wohl schon auf dem Gewissen? Da könnten die neuen eigenen vier Wände schnell aus Eichenholz sein…
Übrigens: Habe ich schon erzählt, daß ich mich immer wie ein Schneekönig, wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum auf meinem Joghurtbecher auf meinen Geburtstag fällt? Das war schon immer so, und ich finde mich zugegebenerweise auch etwas schrullig deswegen. Aber führt mir hier nicht die Molkerei meines Vertrauens auf sehr appetitliche Weise meine Sterblichkeit und die meines Milchproduktes vor Augen?
Letztere läute ich allerdings immer vorzeitig ein. Biologisches Alter? Verputzt! Da hat es der Kuh mal gar nix genutzt, von den gesunden Tiroler Almen zu futtern und die Heidelbeeren können von noch so pingelig ausgesuchten Obstbauern kommen.
Mir dagegen liegt noch die Welt zu Füßen. Denn am Ende des Fragebogens erfahre ich mein biologisches Alter. Dank trockener Zehenzwischenräume und schnippig-geschmeidiger Händehaut – so vermute ich frech – bin ich erst 13.
Kategorien: Blabla
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Virgil Griffith, Student des California Institute of Technology, veröffentlichte just eine interessante, wenn auch eher etwas „unwissenschaftliche“ Studie, die favorisierte Musik mit SAT-Tests verbindet. Letztgenannte sind zugegeben nicht frei von jeder Kritik und sicher nicht unbedingt das probate Mittel, um Intelligenz zu messen, zeigen in diesem Falle aber an, daß die schlauesten Studenten Beethoven mögen (durchschnittlicher SAT-Wert 1371), während sich am anderen Ende des Spektrums Lil’ Wayne mit einem aktuellen Hörerwert von 889 befindet. Andere Musiker weiter oben: Counting Crows, Radiohead und Sufjan Stevens.

Überraschenderweise kann man den „top score“-Bands keinen gemeinsamen Stil zuschreiben (Techno = Idioten, Britpop = Smarta$$es).
Stellt sich nun die Frage: Wählt man die Musik nach der eigenen Intelligenz oder legt die Musik, die wir hören, fest, wie smart wir werden? Wo ist Deine Lieblingsband? Kann Musik einen verblöden?

Kategorien: Blabla
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there are worse things than
being alone
but it often takes decades
to realize this
and most often
when you do
it’s too late
and there’s nothing worse
than
too late.
Charles Bukowski
Kategorien: Kunst
Mit Tag(s) versehen: Charles Bukowski, gedicht, Poesie