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Wer wagt fragt

Oktober 13, 2009 · Kommentar schreiben

ja.nein.vielleicht

Fragen kostet nichts, Umfragen sind also billig. Und daher beliebt. Wer ist die schlechtfrisierteste Schauspielerin, der erotischste Gewichtsheber? Duschen Sie nackt? Gehen Sie mehr als zehn Mal wöchentlich fremd? Sollen ORF-Moderatoren den Cent „Sent“ oder „Zent“ aussprechen? Und warum nicht „Kent“?

Auf Grundlage solch geistreicher, sozial relevanter und zuweilen brisanter Umfragen entstehen Bestenliste und Trend-Rankings, die uns helfen, in der heterogen-pluralistsich-postmodernen Welt den Überblick zu behalten und zeitgemäß zu agieren. Die Eventfarbe des Jahres (Blassmauve, Phettschwarz oder doch Popelgrün?), die Hautkrankheit des Jahres (die Schuppenflechte hat dem Vernehmen nach wieder gute Chancen; sieht nicht gut aus für die Krätze), und natürlich das Boxenluder des Jahres (Raum für eigene Eintragungen). Da ist es auch nicht mehr weit bis zu den geschätzten Focus-Rankings: die 100 besten Proktologen, die 100 besten Swinger-Clubs, alles für Sie getestet. Danke.

Achtung, es folgt ein Test. Nur bei einem – wirklich nur bei einem – der drei folgenden Umfrage-Ergebnisse handelt es sich um eine Erfindung:

# 20 Prozent aller Männer täuschen beim Onanierien den Orgasmus lediglich vor.

# 14 Prozent aller Hunde erkennen beim Fernsehschauen in Dieter Chmelar einen Artgenossen und markieren sofort das TV-Gerät.

# Nur 3 Prozent aller Frauen machen sich schön, um anderen zu gefallen.

Auflösung: Erfunden ist die Aussage Nummer … ach, egal.

Fragen kostet nichts, Antworten aber ebenso wenig. In einem ntv-Straßeninterview wurde ein Passant kürzlich hiermit konfrontiert: „In den Niederlanden wird BSE jetzt legalisiert. Was halten Sie davon?“ Antwort des Mannes nach längerem Grübeln: „Ja, ja, das kann man schon machen.“

Vielleicht hat der Mann recht.

Nachbemerkung: Bei einer repräsentativen Umfrage unter drei Lesern bewerteten 33,3 Prozent diese Kolumne als „amüsant“, ein Drittel fand sie „nicht amüsant“. Der Rest antwortete „weiß nicht“.

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Suicide Guide

Juni 30, 2009 · 1 Kommentar

suicide_bunny

Wie erquickend waren die Weltuntergangstheorien zum Jahrtausendwechsel!  Lebensmüde und Depressionsgeplagte sahen das Ende ihres Leidens näherrücken und konnten sich in destruktiven Gedanken schwelgend entspannt zurücklehnen. Die Ernüchterung kam schnell: Selbst Stunden nach Mitternacht war am Himmel kein auf die Erde zielender Komet zu entdecken, weder die eine noch die andere Atommacht hatte den roten Knopf gedrückt und nicht einmal der erwartete Computergau löste ein vielversprechendes Chaos aus. Stattdessen blieb alles beim Alten und alle bescheidenen Existenzen, die nach einem Final Countdown trachteten, mußten sich erneut Anregungen in „Darwin’s skurrilste Arten zu Sterben“ suchen. Das einzige Buch am Platze, das als Anleitung zum Selbstmord betrachtet werden kann. Einziges Manko: Nach praktischer Anwendung einer bildhaft geschilderten Suizidvariante ist man zwar selbst nach Laienbekunden tot, doch das auf recht peinliche Art und Weise.

Dies soll nun ein Ende haben – wer aus dem Leben scheiden will, will dies würdevoll tun und nach seinem Ableben nicht in der „Auch das noch“-Rubrik der lokalen Tageszeitung erscheinen. Es gibt Bücher über richtiges Kochen, guten Sex und darüber, in welchem Winkel zur Südseite des Hauses man sein Bett aufstellen muß, um umgeben von gutem Karma selig süß schlafen zu können. Nur die goldenen Regeln des Sterbens gibt es nicht – und dabei dürfte die Zahl der Interessenten nicht gering sein.

Schlagen wir also ein neues Kapitel der Weltliteratur auf, erweitern wir die Regale in den Buchhandlungen um ein neues Thema und machen wir uns daran, dem Tod stilvoll in die hohlen Augen zu blicken.

1. Vorbereitung:
A Nehmen Sie sich Urlaub. Sagen Sie Ihren Bekannten, Freunden und Nachbarn, daß Sie sich in den nächsten Wochen an einem Ort befinden, an dem sie weder telefonisch noch sonstwie zu erreichen sind. So wird niemand auf die Idee kommen, Sie an ihren freien Tagen aufzusuchen – sei es aus freundschaftlichen Gründen oder gar Sorge, weil sie nicht mehr tagtäglich im Treppenhaus Small Talk halten. Zieht irgendwann ein süßlich-stechender Duft aus Ihrer Wohnung, wir man schon früh genug hinter den wahren Grund Ihrer Abwesenheit kommen.

B Entscheiden Sie sich für eine Ihnen angenehm erscheinende Todesart. Erkundigungen über Effektivität und eventuell damit verbundene Schmerzen können Sie jeden Tag aus dem Privatfernsehen oder der Steven-King-Lektüre beziehen.

1.) Schlaftabletten: Pillen einwerfen, einschlafen, nie wieder aufwachen. Fast zu schön, um wahr zu sein. Das dachten sich auch die Pharmakonzerne, die nicht länger Kunden und damit Geld verlieren wollten. Mit modernen Schlaftabletten stirbt sich nicht mehr so leicht. Viel wahrscheinlicher ist, daß Sie alles vollkotzen und nur mit viel Glück dann daran ersticken. Womit Sie letzten Endes zweifellos auch tot wären, aber vorher den schlechtesten Trip aller Zeiten erlebt hätten.

2.) Erhängen: Das muß gelernt sein, sonst entpuppt sich die wohl traditionellste Todesart schnell als Farce. Ist das Seil korrekt geknüpft und der Fallwinkel richtig berechnet, bricht in Sekundenschnelle das Genick. Falsch gemacht zappelt man minutenlang unkoordiniert wie ein Fisch an der Angel. Für die Beiwohner des Vergnügens sicherlich unterhaltend, für den Sterbenden selbst eine unnötige Qual. Sowas soll ja vermieden werden.

3.) Anzünden: Das tut weh. Allerdings fühlt man zum letzten Mal im Leben Schmerz und somit sollte es auch einer sein, den man so schnell nicht wieder vergißt.Als Bonus sieht das Verbrennen sehr spektakulär ist und ist zumindest außerhalb von kurdischen Demonstrationen und indischen Ehestreitigkeiten nicht alltäglich. Möglicherweise springt eine Titel-Story in irgendeinem Boulevard-Blatt dabei heraus und sie werden posthum berühmt.

4.) Ertränken: Nur Seemänner, kleine Kinder, die aus Versehen in den Gartenteich fallen, und Leonardo DiCaprio kommen auf die Idee, ins Wasser zu gehen. Haben Sie sizilianische Freunde, übernehmen diese es sicherlich gern, Sie zusammen mit einem Paar neuer Betonschuhe im nächsten Baggersee zu versenken. Mit etwas Mühe – und die sollte Ihnen Ihr Selbstmord schon wert sein – können Sie sich auch selber in Gesellschaft von Felsbrocken ins kühle Naß schubsten.

5.) Erschießen: Der Klassiker unter den Suizidarten. Bumm – tot. In der Theorie zumindest. Um zu vermeiden, in der nächsten Woche als sabbernder Irrer mit einem dicken Pflaster am Kopf aufzuwachen, gibt es diverse Techniken, beispielsweise sich die Waffe in den Mund zu stecken, um einen relativ sicheren Ausgang zu beschwören.

6.) Überfahren lassen: Da die Wahrscheinlichkeit, tot zu sein, relativ hoch ist, nachdem ein ICE über Ihren auf den Gleisen liegenden Kopf gerollt ist, ist diese Möglichkeit für Sie als zielorientierten Selbstmörder nicht zu verachten. Allerdings gilt zu bedenken, daß Sie danach Ähnlichkeit mit einem zerdrückten Cheeseburger aufweisen, aus dem die Sauce an den Seiten herausquillt. Dieser Umstand kann Ihnen selber zwar ziemlich egal sein, da Sie zu diesem Zeitpunkt schon mausetot sind, wirkt aber oft schockierend für den Zugfahrer, der dadurch einen seelischen Schock erleidet, Alpträume und Psychosen bekommt und anschließend brutal seine Familie plattwalzt oder impotent wird. Oder beides.

7.) Luft anhalten: Sehr beliebt als Drohgebärde bei dicken Grundschülern, die nicht genug Süßigkeiten kriegen, aber auch zum professionellen Einsatz bei psychisch labilen Suizidkandidaten optimal. Die Vorteile liegen klar auf der Hand: Spontaneität und Flexibilität. Ihre Freundin hat Sie verlassen? Sie haben eben ein schlechtes Zeugnis überreicht bekommen? Oder Sie können einfach Ihren Anblick im Spiegel nicht mehr ertragen? Alles kein Problem – Luft anhalten und sterben. Immer und überall anwendbar, ob zu Hause, auf der Arbeit oder beim Sex.

8.) Pulsadern aufschneiden/Auoaggression: Eigentlich nur etwas für Memmen und Weiber. Trotzdem erfreut sich diese Methode großer Beliebtheit. Vielleicht weil es so einfach ist und so viel herzlicher und freundlicher klingt als sich vom Zug überfahren zu lassen. Einweg-Rasierer gekauft, Arm in Wasser aufgeweicht, losgeschnibbelt und möglichst nicht hinschauen, damit Ihnen nicht übel wird. Es wäre doch äußerst schade, in Ohnmacht zu fallen, bevor die scharfe Klinge zum Einsatz gekommen ist.

9.) Sprung vom Hochhaus: Eher etwas für Großstädter. Dorfbewohner könnten eventuell den Skyscraper durch den ortsansässigen Kirchturm ersetzen, wenn ihnen dies nicht zu blasphemisch erscheint. Tief einatmen, die Arme wie Flügel ausbreiten und hinunterspringen in das Paradies, Halleluja! Klingt verlockend einfach, ist aber mit einigen Schwierigkeiten verbunden. Erst einmal müssen Sie eine geeignete, senkrechte Startrampe finden, die hoch genug ist, damit Sie beim Aufprall auch sicher sterben und sich nicht nur das Bein verstauchen. Und dann müssen Sie es in dem ausgewählten Gebäude auch noch ganz bis nach oben schaffen. Viele Menschen wollen Selbstmördern das bevorstehende Erlöschen ihrer Existenz nämlich nicht gönnen und stellen ihnen Hindernisse wie die alarmierte Feuerwehr, Sicherheitspersonal oder den eiligst herbeigerufenen Psychologen in den Weg. Eine Verkleidung als Mitglied des Reinigunscorps kann in diesem Falle hilfreich sein.

10.) Amok: Etwas für echte Männer, die noch eine Menge verhaßter Arbeitskollegen oder Kegelbrüder mit in den Tod nehmen wollen. Um allerdings nicht gleich von der ersten vorbeilaufenden Emanze mit Pfefferspray außer Gefecht gesetzt zu werden, ist es günstig, bereits einige Zeit vor dem Amoklauf mit intensivem Training zu beginnen. Auch gute Planung sollten Sie nicht unterschätzen. Öffentliche Plätze mit vielen attraktiven, glücklichen und politisch korrekten Menschen eignen sich besonders gut, um ein Blutbad anzurichten, und den direkten Weg ins Fegefeuer einzuschlagen.

11.) Heldenhaft: Definitiv der Weg, noch etwas Gutes zu tun, und zum ersten Mal im Leben von allen geliebt zu werden. Leider bieten sich nicht allzu oft Gelegenheiten für ein heldenhaftes Dahinscheiden. Daher heißt es Augen auf bei der nächsten Geiselnahme in der Sparkasse am Eck. Am besten ist, die gefährdeten Personen sind Kinder, Familienväter, schwangere Frauen und Großmütter. Und ein kleines Kätzchen als Zugabe wäre auch nicht schlecht. Ergibt sich keine Geiselnahme, bietet sich auch ein Flammeninferno an – notfalls können Sie diesem mit einem Benzinkanister auf die Sprünge helfen. Auch hier gilt der oben genannte Personenkreis als zuerst zu retten. Und Sie sterben dann, nachdem sie den blinden Opa Obermaier aus dem Haus getragen haben, auf dem Weg zum Spital.

C Übrigens: Heute ist ein guter Tag zum Sterben.

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Reactive Verarsche

Juni 17, 2009 · 1 Kommentar

Nachdem 99% aller Hausfrauen bereits Nordic Walking-infiziert sind und Unmengen an Geld in entsprechendes Equipment investiert haben (angefangen beim Nordic Walking Handschuh bis hin zum Karbon Walking Stick), sieht es für die Branche düster aus. Immer mehr Anbieter drängen auf den Markt, immer weniger Hausfrauen kaufen das Zeug, weil sie ja schon alles haben und die Haushaltskasse ausnahmsweise auch mal wieder für den Einkauf von zum Beispiel Essen herhalten muß.

Was also tun die gefinkelten Nordic Walking Accessoir Hersteller, um sich über Wasser zu halten? Sie erfinden was Neues. Etwas, das jeder braucht, weil es noch viel, viel besser als Nordic Walking ist, geben ihm einen feschen Namen, sagen, Eva Longoria macht’s auch und schon klingelt die Kasse wieder. Willkommen in der Welt des Reactive Trainings! Statt Staberln sollen die Walker jetzt Röhrchen in den Händen halten, welche mit einem Granulat gefüllt sind, das bei jeder Bewegung mitschwingt. Das „revolutionäre“ Trainingsgerät schimpft sich XCO und löst dank seiner Bewegungsfreude einen reactive Impact aus, der angeblich Bindegewebe und Muskel noch besser strafft, Fett noch besser verbrennt, präventiv vor Verletzungen schützt und besser Verspannungen löst als alles andere wo gibt auf der Welt. Und eine anerkannte (von wem?) Therapieform ist. Klar, daß das nicht billig ist. Ein „Outfoor-Set“ kostet schlappe 129 €, wobei da auch ein supadupa Tragegurt dabei ist, der den Preis dann schon rechtfertigt. Find’ ich. Außerdem ist das ja auch billig, im Vergleich zum einzeln gekauften XCO (wofür steht das eigentlich?), der in der „Athletic“-Version immerhin 79 Euronen kostet. Und man braucht ja zwei. Im Normalfall. Und hey, sind wir doch mal ehrlich, das ganze sieht enorm sportlich aus, oder?

10_Xco-Trainingsgruppe

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Freiheit im MQ!

Juni 8, 2009 · Kommentar schreiben

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In der Mittagspause im Sommer im Museumsquartier sitzen – hat man einen gut gelegenen Arbeitsplatz so wie ich, gehört das zu den Highlights des Bürotages. Und abends mit Freunden in der untergehenden Sonne chillen, sich auf einem Enzi lümmeln und gemeinsam plaudern, lachen, Spaß haben. Das MQ ist genau der richtige Ort.

War der richtige Ort. Dennirgendwelche findigen Leute haben sich etwas ausgedacht, was die Lebensqualität im MQ verdächtig sinken läßt.

War das Areal des Museumsquartiers bisher als Ort der angenehmen Atmosphäre und des entspannten Verweilens geschätzt, an dem man auch mit kleinerem Budget einen gemütlichen Abend mit selbst mitgebrachten Getränken verbringen konnte, herrschen dort mittlerweile andere Regeln:

„1. Das Konsumieren von alkoholischen Getränken, die nicht in den Gastronomie-Betrieben des MQ erstanden und in MQ Mehrwegbechern ausgeschenkt wurden, ist nicht gestattet.“

Doch damit nicht genug: neben Radfahren, Skateboarden und Inlineskaten wurde an diesem Ort der Kultur auch das Musizieren verboten:

„5. Das Musizieren und Abspielen von HIFI Geräten ist nicht erlaubt.“

Interessant auch die Interpretation folgender Regel:

„6. Das Freihalten sämtlicher Zugänge, Gehwege, Stiegen und Stufen ist aus Sicherheitsgründen unbedingt erforderlich.“

Unter Anwendung dieser Regel wurde sogar verboten, auf der Betonstufe um die Bäume zu sitzen.

Dabei handelt es sich IMHO beim MQ um einen „öffentlichen Ort“, der zudem noch durch Steuergelder finanziert wird. Derartige Regeln und Beschränkungen sind faktisch also gar nicht zulässig.

Aus diesem Grund: Erheben wir Einspruch!
Facebook-Group „Freiheit im MQ“
Bring Your Beer – Event
Critical Mass – Diskussion

Kategorien: Alltag · Blabla · Freizeit
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Erwachsen auf Probe – Tischdeckenblusen und Fliesentischen

Juni 4, 2009 · 1 Kommentar

Mein persönliches Highlight in der ersten Folge von „Erwachsen auf Probe” war ja diese Szene:

tischbluse

Hatte die Frau noch Tischdeckenstoff übrig und hat daraus eine Bluse gemacht? Hatte sie noch Blusenstoff übrig und hat daraus eine Tischdecke gemacht? Oder gibt es Läden, in die man gehen kann und sagen: Ja, schöne Tischdecke, und jetzt hätte ich dazu gerne noch eine passende Bluse, für wenn das Fernsehen mal kommt?

Ich weiß auch nicht, ob das total menschenverachtend ist, dass die Fernsehleute die Frau gleich bloßstellen und Bluse und Tischdecke gleichzeitig in einem Split-Screen zeigen. Oder ob die Frau womöglich darauf bestanden und gesagt hat: Aber ich mach nur mit, wenn ihr zeigt, dass ich zu der Bluse auch eine passende Tischdecke habe.

Aus irgendeinem Grund hat mich das Arrangement an die frappierende Dominanz von Fliesentischen in den Wohnzimmern der Art Menschen erinnert, die Kamerateams von RTL oder Pro Sieben in ihr Haus lassen. Gerade gestern bin ich (in einer ohnehin überdurchschnittlich bizarren Folge von „Mitten im Leben”) auf folgende Wohnzimmersituation gestoßen:

fliesentisch

Persönlich kenne ich exakt null Menschen, die einen Fliesentisch ihr eigen nennen oder eine Tischdecke passend zur Bluse haben. Aber das entspricht ja genau der Zahl der Menschen, die ich kenne, die schon mal bei „Mitten im Leben”, „Erwachsen auf Probe” oder in ähnlichen Sendungen mitgewirkt haben.

Übrigens: Kennen Sie schon das „Deutsche Fliesentischmuseum„?

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Unhappy

Mai 25, 2009 · 1 Kommentar

Es gibt Tage, an denen paßt einfach nichts. Es muß gar nichts „passieren“, alles kann ganz im Gegenteil sogar ganz und gar rund laufen, und trotzdem hängt eine merkwürdige, oft unerklärliche Schwere in der Luft. Was gestern noch Grund zum Jubel war, ist heute einer zum Verzweifeln, Dinge, über die man sich ehrlich gefreut hat, sind plötzlich nichts mehr wert. Viel zu viel stellt man in Frage, sich selbst natürlich auch, und liebe Worte klingen wie blanker Hohn.

unhappy

Was passiert da genau? Warum ist man so plötzlich so unzufrieden? Warum scheinen Dinge, die man tut, plötzlich sinnlos und Freude verdreht sich in Widerwille und Zweifel? Warum stellt man sich Fragen wie „Warum tu’ ich das alles überhaupt, wenn es doch nichts bringt?“. Warum fühlt man sich bei allem, was man angreift, in Mittelmäßigkeit gefangen? Ausweglos? Warum wartet man darauf, daß etwas passiert, nur um das erneut als Beweis dafür zu nehmen, daß der im wirren Kopf erdachte Schmafu wahr ist?

Kein Wort kann helfen, kann trösten, kann für bare Münze genommen werden. Jeder Ton macht es schlimmer, wird als Mitleid verstanden, als pure Floskel, als Beschwichtigung, auch wenn er aus einer ganz anderen Ecke kommt.

Es dauert, bis man sich aus Kummer über sich selbst in den Schlaf schluchzt, komatös gefühllos träumt und sich über Nacht reinwäscht von der Irrationalität, die einen tage-, manchmal gar wochenlang fesselt. Dann wacht man auf, wischt sich die letzten Reste Traurigkeit wie Schlaf aus den Augen und kann sich bald nicht mehr erinnern, wie es war, als man unglücklich war.

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WTF Pope2You?

Mai 20, 2009 · Kommentar schreiben

benedictDer Papst rockt! Oder versucht’s zumindest. Während His Holiness noch vor wenigen Monaten, genauer gesagt im Jänner, wüst gegen Facebook wetterte („If the desire for virtual connectedness becomes obsessive, it may in fact function to isolate individuals from real social interaction“; überspitzte Kernaussage: Webfreunde sind doof, nur echte Freunde sind gut), geht’s ab morgen Web 2.0-mäßig im Vatikan so richtig rund. Ganz nach dem Vorbild von US-Präsident Obama will sich die Katholische Kirche international im Web etablieren und ihre rund eine Mmilliarde Mitglieder über Web 2.0-Angebote vernetzen. Am morgigen Donnerstag wird eine neue Webseite von Papst Benedikt XVI unter dem Titel „pope2you“ starten, die in erster Linie auf ein jugendliches Publikum abzielt. „Es soll eine Website für junge Menschen sein. Schon die Eingangsseite zeigt das: der Papst mitten unter Jugendlichen“, so Erzbischof Claudio Maria Celli, Präsident des Päpstlichen Medienrates, bei der Präsentation der neuen Plattform.

Die Webseite ist laut Celli darauf ausgerichtet, in ein Gespräch mit jungen Leuten zu kommen, das möglichst offen und reichhaltig sein soll. Sie würde eine Reihe von Angeboten umfassen, die den Surfgewohnheiten der Jugend angepasst wären. So gehöre etwa auch ein nach Wikipedia-Vorbild gestalteter Auftritt namens „Wikicath“ dazu. „Die Seite wird zum Start in fünf verschiedenen Sprachen angeboten, dazu zählt auch Deutsch“, sagt Erich Leitenberger von der Katholischen Presseagentur Österreich . Auch ein Link zur Facebook-Seite des Papstes werde dabei sein. „Dort schreibt er zwar bisher noch nicht selbst, es sind aber zahlreiche Texte vom Papst auf der Facebook-Page abrufbar“, erklärt Leitenberger. Zusätzlich zu den Web-Angeboten auf pope2you soll es auch eine iPhone-Anwendung des internationalen Nachrichtenkanals „H20news“ geben.

Unser aller Held Papst Benedikt konnte sich zwar erfolgreich diversen Geschlechtsverkehren entziehen (zumindest behauptet er dies), ist dem Thema Social Networks aber auch verfallen. Nicht, daß das jetzt zu verteufeln wäre (darf man das Wort im Zusammenhang mit dem Papst überhaupt verwenden?), aber ein bißchen komisch ist das schon, oder? Wobei es ja nichts Innovatives für die katholische Kirche ist, neue Welten zu entdecken und deren Bewohner zu bekehren, sondern quasi Kernkompetenz.

Wie dem auch sei und wie jeder auch dazu steht: Ich wollte das nur mal gesagt haben. Papst auf Twitter, Papst auf YouTube, Papst auf Facebook, Papst überall. Mir persönlich macht das Angst. Und ich bin der festen Überzeugung, daß jedes Mal irgendwo auf der Welt ein kleines Kätzchen stirbt, wenn Ratzi von irgendeinem religiös-hysterischen Teenager „gefriended“ wird.

Kategorien: Blabla · Internet · Web 2.0
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Treue Männer bringen keine Blumen

Mai 20, 2009 · Kommentar schreiben

flowerBouquetSo ist das zumindest bei den Vögeln. Wie Ornithologen jetzt in Australien beobachten konnten, verzichteten die Vögel, die bis ans Lebensende mit ihrem Partner zusammen sind, auf „optische Reize“. Das heißt keine Blumen für die Dame, kein buntes Federkleid zur Balzzeit. Ihre fremdgehenden Artgenossen hingegen versuchen ihre „außerehelichen“ Aktivitäten mit grellen Farben und kleinen Geschenken wettzumachen. Erinnert mich jetzt irgendwie an „schlechtes Gewissen“. So ein bißchen zumindest. Und ist natürlich nur bei Vögeln so. Oder? Weil so kleine Liebesbezeugungen wie zum Beispiel Blumen welche sind, sind ja eigentlich toll und entzückend. Vor allen Dingen dann, wenn „mann“ ganz von allein dran denkt und nicht die Rosen anschleppt, nachdem man ihm einen Tag zuvor vorgehalten hat, er brächte nie Blumen mit.

Anyway. Werde ich jetzt wegen dieser doofen Story bei Geschenken immer im Hinterkopf haben, daß „treue Männer“ das nicht tun, nicht notwendig haben? Topfen. Denk’ ich.

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Hello Kitty, Goodbye Dignity

April 29, 2009 · Kommentar schreiben

Hat jemand eine fiese Katze, die er bestrafen möchte? Dann ist das „Hello Kitty Transformations Set“ die erste Wahl. Aus Japan. Klar. Ich mag Hello Kitty. Ehrlich. Aber das ist eindeutig too much.

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Mit dem 48a nach dem Steinhof…

April 7, 2009 · Kommentar schreiben

irrenhausEigentlich sollte man alle paar Monate da raufgehen können, sich am Empfang anmelden mit den Worten: „Es geht einfach nimmer“, und dann von vertrauenswürdigen Psychiatern umgehend an einen Valiumtropf angeschlossen werden, der einem all die alltäglichen Blödheiten erspart.

Ein netter Pavillon für ausgewählte Kandidaten, stetige Versorgung mit
Psychopharmaka, gelegentlich Besuch von jemandem, der einen kurz krault und so wissen läßt, daß man nicht ganz aus der Welt verschwunden ist, und ganz oben, hinter der Otto-Wagner-Kirche, beim Loch im Zaun, könnte man dann ja zweimal in der Woche den Dealer seines Vertrauens treffen, der einen mit den chemischen Antithesen zur täglichen Dosis versorgt.


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