Mit den Tags ‘Kommunikation’ versehene Einträge

Wer wagt fragt

Oktober 13, 2009 · Kommentar schreiben

ja.nein.vielleicht

Fragen kostet nichts, Umfragen sind also billig. Und daher beliebt. Wer ist die schlechtfrisierteste Schauspielerin, der erotischste Gewichtsheber? Duschen Sie nackt? Gehen Sie mehr als zehn Mal wöchentlich fremd? Sollen ORF-Moderatoren den Cent „Sent“ oder „Zent“ aussprechen? Und warum nicht „Kent“?

Auf Grundlage solch geistreicher, sozial relevanter und zuweilen brisanter Umfragen entstehen Bestenliste und Trend-Rankings, die uns helfen, in der heterogen-pluralistsich-postmodernen Welt den Überblick zu behalten und zeitgemäß zu agieren. Die Eventfarbe des Jahres (Blassmauve, Phettschwarz oder doch Popelgrün?), die Hautkrankheit des Jahres (die Schuppenflechte hat dem Vernehmen nach wieder gute Chancen; sieht nicht gut aus für die Krätze), und natürlich das Boxenluder des Jahres (Raum für eigene Eintragungen). Da ist es auch nicht mehr weit bis zu den geschätzten Focus-Rankings: die 100 besten Proktologen, die 100 besten Swinger-Clubs, alles für Sie getestet. Danke.

Achtung, es folgt ein Test. Nur bei einem – wirklich nur bei einem – der drei folgenden Umfrage-Ergebnisse handelt es sich um eine Erfindung:

# 20 Prozent aller Männer täuschen beim Onanierien den Orgasmus lediglich vor.

# 14 Prozent aller Hunde erkennen beim Fernsehschauen in Dieter Chmelar einen Artgenossen und markieren sofort das TV-Gerät.

# Nur 3 Prozent aller Frauen machen sich schön, um anderen zu gefallen.

Auflösung: Erfunden ist die Aussage Nummer … ach, egal.

Fragen kostet nichts, Antworten aber ebenso wenig. In einem ntv-Straßeninterview wurde ein Passant kürzlich hiermit konfrontiert: „In den Niederlanden wird BSE jetzt legalisiert. Was halten Sie davon?“ Antwort des Mannes nach längerem Grübeln: „Ja, ja, das kann man schon machen.“

Vielleicht hat der Mann recht.

Nachbemerkung: Bei einer repräsentativen Umfrage unter drei Lesern bewerteten 33,3 Prozent diese Kolumne als „amüsant“, ein Drittel fand sie „nicht amüsant“. Der Rest antwortete „weiß nicht“.

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Neue Kategorie: Super Symbolfotos (1)

Mai 11, 2009 · Kommentar schreiben

Ab sofort und angeregt durch das tägliche Medienbeowsing möchte ich eine neue Kategorie eröffnen: Super Symbolfotos. Den Start macht folgende Glanzleistung der Netzeitung:

schweinegrippe_thailand

Kategorien: Super Symbolfoto
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Business Spamming

April 5, 2009 · Kommentar schreiben

xing-logo Xing hat ein neues Feature. Vielleicht ist es mir aber auch noch nur nicht aufgefallen, weil mein Spam-Schutz mich bisher vor der Zusendung von „Leute, die Sie mögen könnten“ bewahrt hat. Sollte das so gewesen sein, so hat AntiVir am Freitag erstmalig versagt, und eine eMail von Xing in mein ePostfach gelassen, in der mir die Business-Plattform vier Menschen vorstellt, „die mich anhand Ihres Profils interessieren könnten“. Hallo? Meine Kontakte suche ich mir immer noch selber aus. Und außerdem – wissen Paul H., Katharina F., Christine C. und Herbert K. überhaupt, daß sie mitsamt Photo und Lebenslauf durch die Gegend gespammt werden? Und was sagen sie dazu? Ich sag’ dazu, daß ich das nicht will. Keine „Dating-eMails“ von Xing bekommen und auch nicht wahllos an irgendwelche Menschen verschickt werden, mit denen ich laut irgendeiner Textanalyse irgendwas gemeinsam haben könnte. Nö. Internet ist frei uns so, schon klar, Infos überall, nix ist geheim. Aber ein wenig mehr Respekt vor Daten könnte eine sich „seriös“ schimpfende Plattform schon haben.

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Twittercizing

April 2, 2009 · 3 Kommentare

twitterAufgestanden. Sportklamotten an. Fertig zum Laufen.

Bin ich laufen gegangen?

Nö.

Ich twittere und schreibe eMails und blogge und lese meine Lieblingsblogs.

Aber ich trage mein Sportzeug. Und das muß doch irgendwie zählen. Verbrennt nicht auch die gute Absicht Kalorien?

Meine Finger bewegen sich mit erstaunlicher Geschwindigkeit über die Tatstatur. Danke, Frau Koch, meine Lehrerin im Computerkurs in der fünften Klasse. Es kann gar nicht anders sein, als daß ich Kondition und Muskeln aufbaue, während ich twittere.

Warum?

1. Das Outfit (Nike Run, ich liebe Dich dafür, daß Du meinen Po winzig aussehen läßt)
2. Die Geschwindigkeit meiner Finger (s.o.)
3. Twittering ist wie eine lange, ungeordnete und unzusammenhängende Konversation mit einem Haufen Leute, die man nicht kennt. Ziemlich anstrengend. Anstrengung bedeutet, daß man Kalorien verbrennt, nicht?
4. Wenn ich twittere, denke ich über all die Dinge nach, die ich eigentlich tun sollte. Ich stelle mir vor, wie ich laufe. Zum Beispiel. Vorstellungskraft ist SO, SO kraftvoll! Sagen wir das nicht immer den Kindern? Etwas so Kraftvolles MUSS als Training zählen. Meine ich. Wirklich.
5. Außerdem stehe ich hin und wieder vom Schreibtisch auf, wenn ich tweete (oh, ich bin so gut mit der Lingo!). Gehe in die Küche, öffne den Kühlschrank, hole einen Apfel oder so heraus. Wenn das keine Kalorien verbrennt, was dann, bitte?

Also, all Ihr Tweets (Tweople?) da draußen, die Ihr an einem Schreibtisch sitzt, ins Laptop tippt und den lieben langen Tag mitEuren virtuellen Freunden chattet – das ist möglicherweise nicht die beste Wahl für Eure Figur. Aber nicht verzweifeln, Ihr „Twittercized“! Feel the burn!

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Beruhigende Signale

März 22, 2009 · Kommentar schreiben

Virtuelle Beziehungen eskalieren grundsätzlich, und zwar in jede Richtung – vertikal wie horizontal, vektorial, auktorial, intermedial und spirituell. Ob es sich um eine freundschaftliche, eine erotische oder eine Arbeitsbeziehung handelt, im virtuellen Raum wird Liebe zu Hass und Hass zu Liebe. Das Medium scheint einen Katalysatoreffekt auf Gefühle aller Art zu haben. Liegt es wirklich am Medium? Ich glaube nicht.

Es liegt daran, dass wir monadengleich in viereckigen Kästen hocken und auf viereckige Kästen starren, die uns Informationen, Emotionen und Tagesbefindlichkeiten verschiedenster Individuen transportieren – an der Monade, die sich mit verschiedenen technischen Hilfsmitteln eine soziale Interaktion simuliert, die gar nicht stattfindet.

Schlössen wir in einer Art Gedankenexperiment einen einzelnen Hund an den virtuellen Raum an und überfluteten ihn mit den Informationen anderer Hunde, würde er wahrscheinlich versuchen, sich selbst die Kehle durchzubeißen oder mit sich selbst zu kopulieren.

Warum?

Turid Rugaas, eine norwegische Hundetrainerin, hat heraus gefunden, daß Hunde über ein breit gefächertes Repertoire von so genannten calming signals verfügen – Zeichen, die Konflikte entschärfen und Spannungen abbauen sollen.

Allein gelassen vorm Computer ist der arme Hund weder in der Lage, calming signals zu empfangen, noch, welche zu senden. Also wird er verrückt.

Menschen kennen ebenfalls Beschwichtigungssignale: mit den Augen zwinkern, eine Hand auf den Arm legen, ein Lächeln oder ein Lachen. Befinden wir uns nicht gerade mit Hilfe eines Cybersuits oder einer Videokonferenz im virtuellen Raum, haben wir keine Möglichkeit, konfliktlösende Signale zu senden oder zu empfangen. Die geschriebene Sprache, wie sie in eMails, Foren oder Weblogs verwendet wird – reicht dazu nicht aus, birgt eine Fülle von Möglichkeiten für Mißverständnisse und Fehlinterpretationen.

Es gibt also nur drei Wege, die wir gehen können:

  • Wir gehen offline und lassen uns vom echten Leben annerven, bis wir wahnsinnig werden.
  • Wir bleiben im Internet und verlieren den Verstand.
  • Wir treiben die technologische Entwicklung des Cybersuits voran.

Punkt 3 bietet nicht die Garantie für uneingeschränkte geistige Gesundheit, hätte aber den Vorteil, daß endlich jeder Sex haben könnte, ohne vorher eine real existierende Person mühsam dazu überreden zu müssen: Alle hätten die ganze Zeit Sex wie verrückt mit ihrem idealen virtuellen Partner.

Das klingt für mich irgendwie nach der erfreulichsten Lösung.

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Satanische Verse

Februar 5, 2009 · Kommentar schreiben

oder: „Gespräche zum grippalen Infekt“

Wie Sie vielleicht wissen, laborierte man an einer Verkühlung. Aus diesem Grunde waren zahlreiche Tage arbeitsfrei und man wollte die unfreiwillig zustande gekommene Freizeit damit verbringen, sich in die Kissen zu knautschen und über der Lektüre von unterhaltsamem, aber wenig anspruchsvollen Boulevard-Journalismus zu gesunden. Doch dieses Vorhaben ließ sich nicht zur Gänze in die Tat umsetzen, schien es doch jemand anderem viel mehr zu beunruhigen, daß man nahezu inaktiv herumlungerte, als alle anderen. Und so klingelte in regelmäßigen Abständen das Telefon und das Gegenüber – ich kann nichts dafür – erinnerte mich sehr an meine werte Frau Mama. Doch lesen Sie selbst:

„Nimmst Du eigentlich Vitamine?“
(Kurzes Grübeln, dann die Identifikation) „Hallo, schön, Dich zu hören. Ich esse Obst.“
„Ich glaube kaum, daß das reicht.“
„So?“
„Aber Du läßt Dir ja eh nichts sagen.“ (Man spürt das Kopfschütteln durch die Leitung)
(Versöhnlich) „Bitte, das stimmt doch gar nicht.“ (Wir wissen es alle besser, aber was soll’s.)
„Vitamin E mußt Du nehmen, als Kapsel oder Pulver. Aus der Apotheke, nicht den Schaß vom Zielpunkt.“
„Hmm, hmm, ich werde mich darum kümmern.“
„Wann?“
HEAST! (in Gedanken; laut: ) „Heute am Nachmittag, jetzt bin ich noch im Bett.“
„Am besten nimmt man sowas schon bevor man krank wird…“
„Ich kann doch nicht hellsehen! Huh, es ist Samstag und ich glaube, morgen wird’s mir nicht so gut gehen…“
„Ach geh bitte, was redst denn da schon wieder für an Blödsinn? Bist doch wirklich ein Scheusal, manchmal. IM-MER sollst Du das nehmen. Auch weil Du ja rauchen mußt…“
„Ich weiß eh, was Du meinst. Und ich rauche seit vier Tagen nicht.“
„Endlich mal ein gute Nachricht. Solltest Dich ein bißchen ausrasten.“
„Wollte ich ja gerade, bevor Du anriefst, aber jetzt muß ich zur Apotheke und mich wegen meines Nikotinkonsums schämen.“
„Also wirklich. Du schläfst jetzt besser ein bißchen. Dann redest Du auch nicht soviel Blödsinn. Gute Besserung, Bussi, Baba.“

Zwanzig Minuten später sind mir just die Augen zugefallen. Das Telefon klingelt erneut.

„Ich bin’s wieder. Die Sonne kommt gerade ‘raus. Bei Dir auch?“
„Ich weiß nicht, ich schlafe.“
„Oh, entschuldige. Aber ich dachte, Du wärst auf dem Weg zur Apotheke..“ (kichert fast hysterisch)
„Sehr witzig, wirklich.“
„Nicht wahr?“ (kichert immer noch)

Nach einem weiteren Anruf entschloß ich mich aufzustehen, weil das alles ja eh keinen Sinn hatte. Ich ging ins Bad, um einer wichtigen Verrichtung nachzugehen, da klingelte es erneut. Unsexy mit festgehaltener Hose spurtete ich zum Telefon. „WAS?“, rief ich laut und nicht unbedingt höflich hinein. „Moosbacher, UPC Telekabel. Ihr Chello Digital sollte jetzt wieder funktionieren…“

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Going personal

Januar 15, 2009 · 2 Kommentare

Blog, Weblog, Internettagebuch. Was schreibt man da so alles? Klar, privates Zeug. „Wie geht’s mir heute, was mach’ ich morgen, Streß mit Chef und Urlaubsplanung“. Alles ganz chillig und aus dem täglichen Leben. Also privat. Aber wie ist das so mit wirklich privaten Sachen? Sachen, die man in ein „echtes“, „reales“, „analoges“ Tagebuch schreiben würde? Sachen wie….

„Selbst, als ich 32 Kilo wog, habe ich im Spiegel nur Fett gesehen“.

Oder: „Früher habe ich mir mit einem Leatherman Cuts in die Arme geritzt. Um mich zu spüren, um mich für’s Essen zu bestrafen, um mich selbst zu verletzen, damit andere es nicht mehr tun können. Und heute? Heute habe ich mir in der Mittagspause ein Victorinox bei Walter Weiss gekauft, weil ich… Ich weiß es nicht.“

Macht man das? Teilt man sowas mit der Welt? Muß man sich nicht vor den Reaktionen fürchten? Das versteht doch niemand. Da wird man doch für verrückt erklärt, für abartig, krank. Damit grenzt man sich aus, legt anderen die Distanz nahe und erntet maximal Kopfschütteln und Mitleid.

Also nein. Sowas schreibt man besser nicht. Lieber weiter Geschichtln schreiben. Lustige, unterhaltsame. Weblog. Internettagebuch? Weblog. Your own personal lowbrow magazine.

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Lebenserwartung

November 24, 2008 · Kommentar schreiben


Finnen, die Schwedisch sprechen, leben länger als Finnen, die nur Finnisch sprechen. Jawohl. Und das nicht nur (Achtung, Wortwitz!) läppische zwei Wochen oder acht Monate, nein, ganze 25% Prozent! Das behauptet zumindest die neueste Studie finnischer Wissenschaftler. Wenn ich jetzt so frei bin und das auf mich umlege, dann hat das ernsthafte Folgen für die Umwelt. Unter Berücksichtigung aller Fakten, versteht sich.

Doch der Reihe nach:
Ich spreche Schwedisch, und das ist keine Lüge. Dieser Umstand sollte nun meine Lebenserwartung gegenüber der der restlichen nicht Schwedisch sprechenden Bevölkerung um 25 Prozent steigern. Mein Deathtest (auf den ich mindestens ebenso sehr vertraue, wie auf finnische Forscher) sagt aber, ich beiße mit nicht einmal 50 Jahren ins Gras. Ein Viertel von 50 (wenn man jetzt Kopfrechnen könnte, hm?) sind 12,5. 50 minus 12,5 sind 37,5, was eine gute Körpertemperatur, aber kein gutes Alter um zu sterben ist. Werde ich durch meine blöde Mehrsprachigkeit (danke, Mama und Papa!) nun also die Menscheit noch vor deren Midlifecrisis und Wechseljahren ausrotten? Eine Sache, die mir zu denken gibt, denn Misanthropie hin oder her, einen Massenmord wollte ich nie begehen. Oder nur samstags auf der Mariahilfer Straße. Soll ich nun schnell meine Wurzeln vergessen oder hat das keinen Sinn, weil das einmal gelernte Schwedisch quasi wie eine Schutzimpfung funktioniert? Oder beginne ich jetzt einfach, Äthiopisch (oder wie das heißt) zu lernen, in der Hoffnung, daß das den gegenteiligen Effekt hat und ich das Schwedisch damit ausgleichen kann?

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Service ist Vergangenheit

Oktober 13, 2008 · Kommentar schreiben

Ich weiß ja nicht, ob Ihnen das schon aufgefallen ist. Vielleicht bin ich die einzige, die das merkt. Wenn man Dinge erzählt oder beschreibt, die gerade passieren, dann benutzt man dazu meist das Präsens. Also zum Beispiel „Ich geh’ mal schnell Zigaretten holen“ als Abschiedsfloskel, wenn man just dabei ist, seine Beziehung zu beenden.

Im Dienstleistungs-, allen voran im Servicebereich der Gastronomie läuft das aber irgendwie anders. Da ist man zum Beispiel in einer Bar und sagt dem Kellner, was man will. Und der antwortet ohne Aufzusehen während des Notierens der Bestellung auf einem Block: „Sie wollten den Caipirinha, richtig?“ Wollten? Wieso wollten? Ich will ihn immer noch! Ist ja gerade mal 30 Sekunden her, daß ich ihn mir ausgesucht habe! Und wenn der Cocktail dann an den Tisch gebracht wird, dann sicher garniert mit der Frage „Wer bekam den Caipirinha?“ Noch hat ihn keiner bekommen, kann man in solchen Fällen nur antworten, aber ich wäre sehr dankbar, wenn man ihn zu mir stellen könnte!

Aber das ist ja lange noch nicht alles. Man geht in ein Restaurant und sagt am Entrée: „Guten Abend, ich habe einen Tisch für vier Personen bestellt.“ Und als Antwort des Empfangschefs bekommt man zu hören „Natürlich. Wie war Ihr Name?“ Ich habe seit der Reservierung weder geheiratet, noch eine Namensänderung behördlich vollziehen lassen oder wurde ins Zeugenschutzprogramm aufgenommen. Mein Name ist also immer noch derselbe. Und sowieso: Was hätte den Herrn interessiert, wie mein Name war? Ich würde ja sowieso nicht auf den Mädchennamen meiner Mutter oder was auch immer, sondern immer auf meinen aktuellen reservieren. Oder?

Imperfekt der Höflichkeit, schimpft sich das alles. Und er findet seinen Höhepunkt im Proll-Beisl: „Waren Sie das Schnitzel mit Pommes?“

Soll freundlicher klingen, nicht zu persönlich und distanziert höflich. Aber mal ganz ehrlich: Ist das nicht alles total merkwürdig? Da gehe ich das nächste Mal doch lieber wieder in diese schräge Bar im ersten, wo der Kellner aus Thailand einfach nur sagt: „Was wollen trinken?“

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