Teufelswerk. Wer den Schmafu erfunden hat, hat Radfahrer gehaßt und ein Mordinstrument ersonnen, das sich als „Trainingsgerät“ tarnt und unbescholtenen, harmlosen, immer freundlichen, liebenswürdigen, braven Rennradlern (so wie ich einer bin) auflauert, um sie auf perfide Art und Weise umzubringen, während sie glauben, etwas Gutes, Profimäßiges für sich und ihre Winterfitness zu tun.
Bereits beim ersten Anblick des komischen Dings hätte ich wissen müssen, daß das nicht gut gehen kann. Aber leichtgläubig und wagemutig wie ich manchmal zu gleichen Teilen bin, hab’ ich’s natürlich ausprobieren müssen. Und es innerhalb weniger Sekunden, ehrlich gesagt schon beim Aufsteigen, bereut:
Das Rad, plötzlich um Minimum fünf Rahmengrößen gewachsen, wehrte sich bereits beim Aufsitzen seiner Besitzerin und gab sich bei den ersten Pedalrunden wackeliger als ein Milchzahn. Meine allerersten Fahrradfahrversuche anno dazumal waren stabiler!
Nach schätzomativ vier Kurbelumdrehungen, zahlreichen hysterischen Kreischern und vor meinem geistigen Auge aufblitzendem Gehirnmatsch am Parkett und knackenden Genickknochen am Couchtisch hatte und habe (!) ich genug.
Wozu um alles in der Welt soll eine freie Rolle denn bitte gut sein? Ich mag’s, ohne Angst Radfahren zu können. Streß auf’m Zweirad hab’ ich schon genug, wenn ich mich täglich durch den Stadtverkehr manövriere – da brauch’ ich nicht indoor auch noch Horrorszenarien deluxe.
Mein Renner gehört festgeschnallt. So, daß er nicht weg kann, wenn ich auf ihm sitze. Auch im Stehen nicht. Ich möchte mich in den Sattel schwingen können, ohne mich in einen Türrahmen einklemmen oder an irgendwas anderem festhalten zu müssen. Ich mag nicht von links nach rechts schwanken und ständig die Angst im Nacken spüren, plötzlich mit einem 40er durch’s Wohnzimmer zu preschen, weil ich durch einen ungewollten Schlenker die Rolle verlassen hab’.
Nennt mich Mädchen, nennt mich Schisser, nennt mich, was immer ihr wollt. Aber mein mich festhaltender Minoura Trainer hat in einer freien Rolle keine, aber auch keine Konkurrenz gefunden. Bin doch nicht verrückt.
Bin heute eine Menge Geld losgeworden – jedoch aus gutem Grund und mit einem breiten Grinser im Gesicht. Der lang ersehnte Crosser ist geordert! Seit Monaten raunze ich herum und liege allen, die nicht schnell genug weglaufen können, mit dem Wunsch nach einem Cyclocross-Rad in den Ohren. Problem bis dato: Rahmen entweder zu groß (hallo Ridley, es gibt auch Leben unterhalb von RH 51!) oder Bike schlichtweg zu teuer (sorry, 2.000 € ist für ein „Nebenbike“, das zumal Nummer sechs in der Zweiradsammlung ist, einfach nicht drin). Dank Kona lösten sich jedoch alle Troubles in Luft auf und demnächst steht oben abgebildete Schönheit in meinem ganz persönlichen Bikepark. Jetzt wird es definitiv Zeit für den dritten Michelangelo…
White Beauty wird in seinem neuen Zuhause gehegt, gepflegt und ins rechte Licht gerückt. „Radiant“, wie der Engländer sagt. Thanks, Mister Mantler. Jetzt kann ich ruhigen Gewissens schlafen. <3
Da fährt man so dahin und denkt sich, daß man nicht mal schlecht unterwegs ist, Gegenwind und so, und trotzdem wacker voran, und dann ziehen da plötzlich andere Fahrer an einem vorbei und werden in der Ferne zu kleinen Punkten. Kurz der Gedanke, man könne sich an ihre Fersen heften, aber nix da, das wird nichts, nicht mal annähernd.
Einmal kann man damit ja noch leben, hey, das sind Typen, die haben halt mehr Kraft als ich, schon klar, aber beim zweiten Mal ist das dann schon ein echter Egokratzer. Vor allem, wenn man alle Kräfte mobilisiert und mal so 10 km/h draufpackt auf das, was man da eh schon fährt. Man kämpft kurz, fühlt sich genau 10 Sekunden ziemlich „w00t„, und geht dann richtig in die Eisen, sobald man wieder hergebrannt wird. Weil wenn man schon für andere so offensichtlich dahinschneckt, dann braucht man auch kein Watt mehr verschwenden, sondern hebt sich die Energie lieber für’s Hirnzermartern auf. So wie jetzt.
Ich glaub’, ich brauch’ ein neues Hobby. Sticken. Häkeln. Backen. Irgendwas in dem Tempo.
Der Singlespeeder ist eigentlich mein „Restl-Fahrrad“. Der Rahmen mein alter Renner, der nur, weil er nach der „Skelettierung“ so traurig beim Zacki am Wohnzimmerfußboden lag und mein Herz erweichte, überhaupt noch lebt. Alte Laufräder aus dem Keller dran geschraubt, unglaublich schwer natürlich, wurde er zum Stadtrad. Immer ein wenig stiefmütterlich behandelt, stand schon mal den ganzen Tag draußen im Regen, hat Nächte allein auf der Straße verbracht, wurde mit hinnigem Lenkerband gefahren und genoß wenig Zuneigung. Nichtsdestotrotz wurde er von allen meinen Rädern am meisten gefahren. Und plötzlich wuchs die Liebe. Spätestens nachdem er mich 7 Stunden lang treu ums Cyclodrom getragen hatte, stand der Entschluß fest: Das Cube gehört gepimpt! Inzwischen ist aus dem häßlichen Entlein ein fast schon schöner Schwan geworden. Und eine Herzensangelegenheit. Der Rahmen gehört noch neu gefärbt, aber dann wird auch der SSP nie wieder im Schatten stehen müssen.
Werte Schäfchen, ja, das wird jetzt Selbstbeweihräucherung. Und das nicht wegen der 280 zurückgelegten Kilometer, denn die sind bei weitem nicht erwähnenswert, wenn man sich vor Augen hält, was Superheld Jure, Mountainbiker’s First Lady Isa oder der eingangradtretende Step vollbracht haben .Wobei: die hatten ja alle Windschatten immerzu, während ich mich vornehmlich als Einzelkämpfer durch die 12 Stunden schlug und zudem noch ob eines halben Bratwürstchens kurzzeitig „inverse Peristaltik“ ((c) S.M.) vollführte. Sondern vielmehr, weil ich a) am Abend noch 16km bis nach Hause geradelt bin (ja, der Step auch. Und: zu meiner Tageskilometerleitung gehörten die 32km eigentlich noch dazugezählt. Nur mal so am Rande.) und b) am nächsten Tag noch einen auf Bergaufschieber gemacht hab’. Insgesamt liegt meine Wochenendkilometerleistung (Sa/So) bei 376, was schon ganz ok ist. Sag’ ich jetzt mal so. Für’n Mädchen. Auf einem verdammt harten Karbonsattel. Stilvoll geht die Welt zugrunde.
Seit 90 Jahren produziert das belgische Unternehmen Helme für Straßen- und Mountainbikefahrer. Mit dem „Urbanize N’ Light“ wendet sich Lazer Helmets nun erstmal – und das auf recht coole Weise – an die stilsicheren Urban Riders.
Abgesehen von recht lässigem Design verfügt der Helm über eine integrierte Beleuchtung. Das bedeutet nie wieder gestohlene, weil am Rad vergessene Frösche oder im Dunkeln heimradeln, weil man die Knog Frogs versehentlich erst gar nicht eingepackt hat.
Die LEDs können übrigens bei Bedarf einfach aus- und wieder eingebaut, resp. ersetzt werden.
Kostenpunkt des in acht Farben erhältlichen Helmes: $100 (oder $80 ohne Licht).