
Nein, es handelt sich ausnahmsweise nicht um die Sexualpraktik, sondern um meinen neuen Faible. Als konsumgeile Göre bin ich stets zwanghaft auf der Suche nach neuen Trendprodukten, die meinem exklusiven Lebensstil gerecht werden. Nachdem ich wie berichtet zuerst Vanilla-Coke (die es leider scheinbar nicht mehr gibt) dann mit Haut und Haaren verfallen bin, gibt es nun ein weiteres Phänomen, das mich fesselt. Geschickterweise als „kostenlose Warenprobe“ an die Frau gebracht, geriet ich alsbald in die Fänge des „Underground-Kommerzes“ und steckte auch gleich meinen Freundeskreis an. Es handelt sich um Zigaretten. Ihr Name: Black Devil. Sie sind schwarz und riechen nach Vanille, schmecken aber nicht so.
Eigentlich bin ich ja wertkonservativ, hänge mit ganzem Herzen an meinen Smart Export, aber für die kleinen Teufel mache ich eine Ausnahme und fühle mich nicht einmal komisch dabei. Ein wenig mühsam ist’s, sie aufzutreiben, weshalb ich derzeit auch als Dealer fungiere. Bisher machte ich sie nämlich in nur einer einzigen Trafik in ganz Wien ausfindig und deren Standort behalte ich natürlich für mich, damit ich noch ein wenig länger in der Extravaganz meiner neuen Tschik baden und Geld verdienen kann. Sollte ich Ihnen nämlich den Mund wässrig gemacht haben, so steht es Ihnen selbstverständlich frei, mich zu kontaktieren und um eine Kostprobe zu bitten. Wenn Sie das geschickt anstellen, könnte sogar was draus werden. Einen nackten Putzsklaven suche ich eh schon seit langem.
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Ich saß am Montagabend mit den Herrschaften von Vicious Dreams zusammen, so einer kleinen feinen Electro-Combo mit Stammsitz in Wien. Für die habe ich nämlich vor langer Zeit Photos gemacht – und dieses Mal keine Perversen, sondern so richtige „Bandpics“, wie man es wohl in der Fachsprache nennt. Nach zwei Shootings und wochenlanger Bastelarbeit waren die Bilder nun fertig und sollten übergeben werden.
Man traf sich zu diesem Zwecke einem wirklich edlen Kaffeehaus auf der Währingerstraße („Weimar“, wenn es Sie interessiert. Es heißt nur so, es ist nicht in der Zone, sein Inventar verbreitet kein nostalgisches DDR-Feeling und auch sonst erinnert nichts an „drüben“), saß eine Weile beisammen und plauderte und schließlich begann Guido Vicious-Dreams, sich eine Zigarette zu wuzzeln. Wie das immer so ist, bei Dingen, die ich nicht verstehe, blickte es aufmerksam auf die sich flink bewegenden Finger, die aus einem Klumpen Tabak, einem winzigen Blatt Papier und einem kleinen weißen Röllchen eine echte Zigarette formten. Guido Vicious-Breams bemerkte natürlich sofort das Starren und verschaffte mir Aufklärung in Sachen selbstgebasteltem Rauchwerk. All das hörte sich grandios an – was nicht nur an den Worten „viel billiger“ lag, sondern auch daran, daß man aufgrund des Drehens viel bewußter eine Zigarette rauchen würde und dann auch noch weniger!
Schnurstracks ging ich überzeugt am nächsten Tag in eine Trafik und erstand ein Packerl Tabak, Papers und Filter und machte sich mit Fernsehuntermalung auf der heimischen Couch daran, ihren ersten Zigaretten-Coup zu landen – was natürlich völlig in die Hose ging, denn was da meinen formenden Händen entsprang, hatte wenig Ähnlichkeit mit einer Tschik. Der Tabak fiel fast wieder heraus, das Papier klebte nicht dort, wo es sollte und auch sonst war alles eine große Blamage.
Nach nunmehr Tag zwei des Übens (inzwischen hat sich eine kleine Schachtel voll „Selbstgewuzzelter“ angesammelt, weil ich vor lauter Drehen nicht zum Rauchen komme – auch eine Taktik, übrigens) sieht das alles aber viel besser aus, und ich werde Ihnen in naher Zukunft mal so ein Ding anbieten. Seien Sie gespannt.
Herzlichst,
st4rbucks
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