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Teufelswerk. Wer den Schmafu erfunden hat, hat Radfahrer gehaßt und ein Mordinstrument ersonnen, das sich als „Trainingsgerät“ tarnt und unbescholtenen, harmlosen, immer freundlichen, liebenswürdigen, braven Rennradlern (so wie ich einer bin) auflauert, um sie auf perfide Art und Weise umzubringen, während sie glauben, etwas Gutes, Profimäßiges für sich und ihre Winterfitness zu tun.
Bereits beim ersten Anblick des komischen Dings hätte ich wissen müssen, daß das nicht gut gehen kann. Aber leichtgläubig und wagemutig wie ich manchmal zu gleichen Teilen bin, hab’ ich’s natürlich ausprobieren müssen. Und es innerhalb weniger Sekunden, ehrlich gesagt schon beim Aufsteigen, bereut:
Das Rad, plötzlich um Minimum fünf Rahmengrößen gewachsen, wehrte sich bereits beim Aufsitzen seiner Besitzerin und gab sich bei den ersten Pedalrunden wackeliger als ein Milchzahn. Meine allerersten Fahrradfahrversuche anno dazumal waren stabiler!
Nach schätzomativ vier Kurbelumdrehungen, zahlreichen hysterischen Kreischern und vor meinem geistigen Auge aufblitzendem Gehirnmatsch am Parkett und knackenden Genickknochen am Couchtisch hatte und habe (!) ich genug.
Wozu um alles in der Welt soll eine freie Rolle denn bitte gut sein? Ich mag’s, ohne Angst Radfahren zu können. Streß auf’m Zweirad hab’ ich schon genug, wenn ich mich täglich durch den Stadtverkehr manövriere – da brauch’ ich nicht indoor auch noch Horrorszenarien deluxe.
Mein Renner gehört festgeschnallt. So, daß er nicht weg kann, wenn ich auf ihm sitze. Auch im Stehen nicht. Ich möchte mich in den Sattel schwingen können, ohne mich in einen Türrahmen einklemmen oder an irgendwas anderem festhalten zu müssen. Ich mag nicht von links nach rechts schwanken und ständig die Angst im Nacken spüren, plötzlich mit einem 40er durch’s Wohnzimmer zu preschen, weil ich durch einen ungewollten Schlenker die Rolle verlassen hab’.
Nennt mich Mädchen, nennt mich Schisser, nennt mich, was immer ihr wollt. Aber mein mich festhaltender Minoura Trainer hat in einer freien Rolle keine, aber auch keine Konkurrenz gefunden. Bin doch nicht verrückt.
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Es wird Zeit, HIGH5 gegen Heineken zu tauschen. Wissenschaftler fanden heraus, daß Bier den Körper nach einem anstrengenden Workout besser hydratisiert als Wasser. Zeit für einen Nobelpreis, hm?
In der aktuellen Ausgabe des „Science“-Magazins berichten spanischen Forscher der Universiät Granada von einem Experiment, bei dem sie 25 Studenten bei starker Hitze auf einem Laufband rennen ließen, bis diese so richtig am Ende waren. Anschließend gabs für die Hälte der Probanden Wasser, für die andere Hälfter Bier. Mit dem Ergebnis, daß die Gerstensaft-Trinker eine bessere Hydration, bessere motorische Fähigkeiten und bessere Konzentrationsfähigkeit aufwiesen. Der im Bier enthaltene Zucker, das Salz und die Kohlensäureblasen würden dem Körper helfen, Flüssigkeit aufzunehmen, so die Wissenschaftler.
Also Burschen, hoch die Gläser, und anstoßen auf diese Nachricht.
Prost.
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Nachdem 99% aller Hausfrauen bereits Nordic Walking-infiziert sind und Unmengen an Geld in entsprechendes Equipment investiert haben (angefangen beim Nordic Walking Handschuh bis hin zum Karbon Walking Stick), sieht es für die Branche düster aus. Immer mehr Anbieter drängen auf den Markt, immer weniger Hausfrauen kaufen das Zeug, weil sie ja schon alles haben und die Haushaltskasse ausnahmsweise auch mal wieder für den Einkauf von zum Beispiel Essen herhalten muß.
Was also tun die gefinkelten Nordic Walking Accessoir Hersteller, um sich über Wasser zu halten? Sie erfinden was Neues. Etwas, das jeder braucht, weil es noch viel, viel besser als Nordic Walking ist, geben ihm einen feschen Namen, sagen, Eva Longoria macht’s auch und schon klingelt die Kasse wieder. Willkommen in der Welt des Reactive Trainings! Statt Staberln sollen die Walker jetzt Röhrchen in den Händen halten, welche mit einem Granulat gefüllt sind, das bei jeder Bewegung mitschwingt. Das „revolutionäre“ Trainingsgerät schimpft sich XCO und löst dank seiner Bewegungsfreude einen reactive Impact aus, der angeblich Bindegewebe und Muskel noch besser strafft, Fett noch besser verbrennt, präventiv vor Verletzungen schützt und besser Verspannungen löst als alles andere wo gibt auf der Welt. Und eine anerkannte (von wem?) Therapieform ist. Klar, daß das nicht billig ist. Ein „Outfoor-Set“ kostet schlappe 129 €, wobei da auch ein supadupa Tragegurt dabei ist, der den Preis dann schon rechtfertigt. Find’ ich. Außerdem ist das ja auch billig, im Vergleich zum einzeln gekauften XCO (wofür steht das eigentlich?), der in der „Athletic“-Version immerhin 79 Euronen kostet. Und man braucht ja zwei. Im Normalfall. Und hey, sind wir doch mal ehrlich, das ganze sieht enorm sportlich aus, oder?

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Da fährt man so dahin und denkt sich, daß man nicht mal schlecht unterwegs ist, Gegenwind und so, und trotzdem wacker voran, und dann ziehen da plötzlich andere Fahrer an einem vorbei und werden in der Ferne zu kleinen Punkten. Kurz der Gedanke, man könne sich an ihre Fersen heften, aber nix da, das wird nichts, nicht mal annähernd.
Einmal kann man damit ja noch leben, hey, das sind Typen, die haben halt mehr Kraft als ich, schon klar, aber beim zweiten Mal ist das dann schon ein echter Egokratzer. Vor allem, wenn man alle Kräfte mobilisiert und mal so 10 km/h draufpackt auf das, was man da eh schon fährt. Man kämpft kurz, fühlt sich genau 10 Sekunden ziemlich „w00t„, und geht dann richtig in die Eisen, sobald man wieder hergebrannt wird. Weil wenn man schon für andere so offensichtlich dahinschneckt, dann braucht man auch kein Watt mehr verschwenden, sondern hebt sich die Energie lieber für’s Hirnzermartern auf. So wie jetzt.
Ich glaub’, ich brauch’ ein neues Hobby. Sticken. Häkeln. Backen. Irgendwas in dem Tempo.
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