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Schon beim Check In in Hamburg fielen sie mir ungustiös auf, die deutschen Horror-Touristen. Wie ich am Air Berlin-Schalter stehend blieb kaum eine Chance, daß sie nicht nach Wien fliegen würden. Und so traf ich sie an Gate C 05 wieder. Frauen, Männer, allesamt um die 40, dazu vier Twens in Pärchenform. Laut, brüllend, lachend, dämliche Witze reißend, plump, proletoid. Beim Warten verströmten sie derart viel Fremdscham, daß sich um sie ein großer Kreis leerer Sessel bildete, beim Einsteigen beteten alle übrigen Fluggäste, möglichst weit von der Poltertruppe entfernt zu sitzen. Obwohl ich im Fllieger sechs Reihen vor ihnen Platz nahm, machten sie mich fertig. Nur mit voll aufgedrehtem iPod auf den Ohren waren sie einigermaßen zu ertragen, führten aber dennoch zu stillen Schimpftiraden und Flüchen, wenn sie erneut Blödheiten von sich gaben. Bei der Landung schließlich das obligatorische Malle-Klatschen und überhebliche Kommentare, weil wir nicht mit einer Ganngway, sondern einem Bus begrüßt wurden: „In Hamburg ist da ja alles ein bißchen professioneller…“
Warum sind deutsche Touristen so furchtbar? Und sind das Touris anderer Nationen auch? Daß sich Engänder in Spanien scheiße benehmen, weiß ich auch, aber hierzulande fallen mir ausnahmslos die Piefkes mit ihrer Kegelklub-Mentalität negativ auf. Liegt das daran, daß ich mehr auf sie achte, weil ich irgendwie ja auch eine von ihnen bin? Oder sind sie wirklich die nervigsten, mühsamsten, peinlichsten Gäste, die dieses Land je gesehen hat?
Sicher gibt’s auch „gute“ deutsche Touris, aber die sieht man nun einmal nicht. Denn sie sind stille Genießer und prägen somit das Bild des Piefkes nicht – obwohl sie mir als Maß aller Dinge mehr als deutlich lieber wären.
Wie dem auch sei: Liebe Österreicher, die ihr mir Exil gewährt, es tut mir leid, daß meine Landsmänner so sind wie sie sind. Ich schäme mich für sie. Wirklich. Ich weiß, daß es auch andere gibt, solche, die nicht unangnehm auffallen. Aber die sind offensichlich leider in der Unterzahl.
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Sodala, ich bin dann jetzt mal weg. „Urlaub“ bei den Erzeugern. Diese verfügen übrigens nur über ein 56 k/Bit-Modem. Internetz via Telefonleitung. Steinzeit-w00tness. Erwarten Sie also kein Lebenszeichen von mir. Das Letzte, was Sie jetzt für eine Woche von mir in den Weiten des Word Wide Webs sehen, ist dieses Handyphoto miserabler Qualität, das ich soeben hier am Wiener Flughafen geschossen habe.

Ja, der ist neu. Der war im September noch nicht da. Expansion deluxe. Beate Uhse am Airport, direkt neben den Gates für die Non-EU-Departures. Damit so ein 12-Stunden-Flug in die USA nicht fad wird.
In diesem Sinne: bon voyage.
Wir hören voneinander
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Juchee, mein Halfsleeve ist fast fertig! Der gute Herr Hinton hat gestern von fünf bis halb neun an dem Rest gewerkelt (und, zugegeben, andauernd mit mir über Rennräder, Singlespeeder und Fixies reden „müssen“; gut, daß er ein nicht minderer Freak ist als ich) und nun fehlt nur mehr das Grün im Seepferdchen. Gestern ging einfach nichts mehr. Weichei, ich weiß. Nächster Termin im Door Number Four ist der 13. August, dann hammas. Übrigens: Eben dieses, Andys neuer Shop, öffnet offiziell am 17. August seine Pforten.
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In der Mittagspause im Sommer im Museumsquartier sitzen – hat man einen gut gelegenen Arbeitsplatz so wie ich, gehört das zu den Highlights des Bürotages. Und abends mit Freunden in der untergehenden Sonne chillen, sich auf einem Enzi lümmeln und gemeinsam plaudern, lachen, Spaß haben. Das MQ ist genau der richtige Ort.
War der richtige Ort. Dennirgendwelche findigen Leute haben sich etwas ausgedacht, was die Lebensqualität im MQ verdächtig sinken läßt.
War das Areal des Museumsquartiers bisher als Ort der angenehmen Atmosphäre und des entspannten Verweilens geschätzt, an dem man auch mit kleinerem Budget einen gemütlichen Abend mit selbst mitgebrachten Getränken verbringen konnte, herrschen dort mittlerweile andere Regeln:
„1. Das Konsumieren von alkoholischen Getränken, die nicht in den Gastronomie-Betrieben des MQ erstanden und in MQ Mehrwegbechern ausgeschenkt wurden, ist nicht gestattet.“
Doch damit nicht genug: neben Radfahren, Skateboarden und Inlineskaten wurde an diesem Ort der Kultur auch das Musizieren verboten:
„5. Das Musizieren und Abspielen von HIFI Geräten ist nicht erlaubt.“
Interessant auch die Interpretation folgender Regel:
„6. Das Freihalten sämtlicher Zugänge, Gehwege, Stiegen und Stufen ist aus Sicherheitsgründen unbedingt erforderlich.“
Unter Anwendung dieser Regel wurde sogar verboten, auf der Betonstufe um die Bäume zu sitzen.
Dabei handelt es sich IMHO beim MQ um einen „öffentlichen Ort“, der zudem noch durch Steuergelder finanziert wird. Derartige Regeln und Beschränkungen sind faktisch also gar nicht zulässig.
Aus diesem Grund: Erheben wir Einspruch!
Facebook-Group „Freiheit im MQ“
Bring Your Beer – Event
Critical Mass – Diskussion
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Eigentlich sollte man alle paar Monate da raufgehen können, sich am Empfang anmelden mit den Worten: „Es geht einfach nimmer“, und dann von vertrauenswürdigen Psychiatern umgehend an einen Valiumtropf angeschlossen werden, der einem all die alltäglichen Blödheiten erspart.
Ein netter Pavillon für ausgewählte Kandidaten, stetige Versorgung mit
Psychopharmaka, gelegentlich Besuch von jemandem, der einen kurz krault und so wissen läßt, daß man nicht ganz aus der Welt verschwunden ist, und ganz oben, hinter der Otto-Wagner-Kirche, beim Loch im Zaun, könnte man dann ja zweimal in der Woche den Dealer seines Vertrauens treffen, der einen mit den chemischen Antithesen zur täglichen Dosis versorgt.
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Nein, es handelt sich ausnahmsweise nicht um die Sexualpraktik, sondern um meinen neuen Faible. Als konsumgeile Göre bin ich stets zwanghaft auf der Suche nach neuen Trendprodukten, die meinem exklusiven Lebensstil gerecht werden. Nachdem ich wie berichtet zuerst Vanilla-Coke (die es leider scheinbar nicht mehr gibt) dann mit Haut und Haaren verfallen bin, gibt es nun ein weiteres Phänomen, das mich fesselt. Geschickterweise als „kostenlose Warenprobe“ an die Frau gebracht, geriet ich alsbald in die Fänge des „Underground-Kommerzes“ und steckte auch gleich meinen Freundeskreis an. Es handelt sich um Zigaretten. Ihr Name: Black Devil. Sie sind schwarz und riechen nach Vanille, schmecken aber nicht so.
Eigentlich bin ich ja wertkonservativ, hänge mit ganzem Herzen an meinen Smart Export, aber für die kleinen Teufel mache ich eine Ausnahme und fühle mich nicht einmal komisch dabei. Ein wenig mühsam ist’s, sie aufzutreiben, weshalb ich derzeit auch als Dealer fungiere. Bisher machte ich sie nämlich in nur einer einzigen Trafik in ganz Wien ausfindig und deren Standort behalte ich natürlich für mich, damit ich noch ein wenig länger in der Extravaganz meiner neuen Tschik baden und Geld verdienen kann. Sollte ich Ihnen nämlich den Mund wässrig gemacht haben, so steht es Ihnen selbstverständlich frei, mich zu kontaktieren und um eine Kostprobe zu bitten. Wenn Sie das geschickt anstellen, könnte sogar was draus werden. Einen nackten Putzsklaven suche ich eh schon seit langem.
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„Oaschloch!“ rief einer von den Sandlern, die sich in der kalten Jahreszeit in alkoholgeschwängerten und stinkenden Menschentrauben beim Rolltreppenabgang vom Kaufhaus Gerngroß zur U3-Station zusammenscharen. Dann blickte er sich triumphierend um. Ein räudiger Schäfermischling, der die Trinkergruppe gelangweilt umkreiste, wandte seinen Kopf dem Schreienden zu. Und dieser zeigte mit dem Finger auf das Tier. „Der erste Hund, der Oaschloch haaßt“, meinte er zu seinen Kollegen und allen Vorübergehenden, die das bestimmt nicht hören wollten (so wie ich). Und überhaupt – was heißt „der erste“? Als ob diese Idee nicht ebenso uralt wie banal wäre! Wahrscheinlich hat schon irgendein Urmensch, der auf die Idee kam, einen Hund nicht zu grillen, sondern als Haustier zu halten, das Viech „Oaschloch“ genannt und das vor seinen Miturmenschen grinsend für ausgesprochen witzig gehalten. Falsch. War damals nicht witzig, ist es auch heute nicht. Außerdem sollte man diesen Obdachlosen und Hippie-Schnorrer-Punks ihre Köter endlich wegnehmen. Wer nicht für sich selbst sorgen kann, braucht erst recht keinen Hund.
Übrigens….
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Können Sie sich das vorstellen? Vorgestern – oder besser in den frühesten Morgenstunden des gestrigen Tages – war ich unterwegs auf einer Höllenfahrt. Und das kam so: Um acht am Abend war man zum gemeinsamen Tagesausklang mit dem Liebsten unterwegs in den vierten Wiener Gemeindebezirk, um dort den Richard und die Julia in deren trauter Behausung zu treffen. Man frönte mehr oder minder freiwillig dem Zusammensitzen bis halb drei in der Früh und machte sich dann orientierungslos, weil man den Vierten ja nicht wie seine Westentasche kennt, auf den Heimweg. Die Worte Richards klangen noch im Ohr: „Einfach links heraus aus der Tür, zwanzig Meter, dann ist da schon ein Taxistand“. Stimmte aber nicht. Stattdessen erspähten wir eine Nachtbushaltestelle, an der sich auch gerade ein Bus zur Abfahrt bereit machte. Kichernd und an wilde Zeiten erinnernd entschlossen der Liebste und ich uns dazu, doch wieder einmal ein wenig „retro“ zu sein und mit dem roten Ungetüm gen Heimat zu brausen. Wir erreichten mit letzter Kraft den bereits blinkenden N66, der uns angeblich (!) zum Kärntner Ring und der Oper chauffieren sollte, wo man in den N38 umsteigen und sich gemütlich heimfahren lassen wollte. Doch ach, welch’ Schreck, als man feststellte, daß man in die entgegengesetzte Richtung unterwegs war und plötzlich an der Anzeige im Bus der Name „Schöpfwerk“ aufschien! Jetzt aussteigen? Nein, sinnlos, da müßte man ja dann ewig irgendwo herumstehen und warten und hoffen, daß alsbald ein Gefährt in die andere Richtung käme, was selbstverfreilich nie der Fall gewesen wäre. Man hätte ausharren müssen, bis der Bus, dem man just entsprungen, seine Runde gedreht und einen erneut eingesammelt hätte! Man kennt das ja, also gaben wir uns keinen glücklichen Illusionen hin, sondern fügten uns in unser Schicksal und fuhren bis Liesing – und dann wieder zurück. Nach einer Stunde und fünfzehn waren wir an dem Ort angekommen, an dem alles begann. Restart. Nach einer weiteren Viertelstunde erreichten wir die Oper, nach zehnminütigem Warten kam der richtige Bus gen Nußdorfer Platz und weitere fünfzehn Minuten später waren wir endlich am Ziel unserer Reise. Haben Sie mitgerechnet? Eine Stunde, siebenundfünfzig Minuten. Für den „Hinweg“ brauchten wir knapp 20 Minuten – inklusive Wartezeit auf die U-Bahn und Bim. Phantastisch, sage ich Ihnen. Phantastisch. Das nächste Mal sch***en wir auf das Schwelgen in alten Zeiten und nehmen uns, wie sich das für Leute in unserem Alter gehört, wieder ein Taxi.
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