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Suicide Guide

Juni 30, 2009 · 1 Kommentar

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Wie erquickend waren die Weltuntergangstheorien zum Jahrtausendwechsel!  Lebensmüde und Depressionsgeplagte sahen das Ende ihres Leidens näherrücken und konnten sich in destruktiven Gedanken schwelgend entspannt zurücklehnen. Die Ernüchterung kam schnell: Selbst Stunden nach Mitternacht war am Himmel kein auf die Erde zielender Komet zu entdecken, weder die eine noch die andere Atommacht hatte den roten Knopf gedrückt und nicht einmal der erwartete Computergau löste ein vielversprechendes Chaos aus. Stattdessen blieb alles beim Alten und alle bescheidenen Existenzen, die nach einem Final Countdown trachteten, mußten sich erneut Anregungen in „Darwin’s skurrilste Arten zu Sterben“ suchen. Das einzige Buch am Platze, das als Anleitung zum Selbstmord betrachtet werden kann. Einziges Manko: Nach praktischer Anwendung einer bildhaft geschilderten Suizidvariante ist man zwar selbst nach Laienbekunden tot, doch das auf recht peinliche Art und Weise.

Dies soll nun ein Ende haben – wer aus dem Leben scheiden will, will dies würdevoll tun und nach seinem Ableben nicht in der „Auch das noch“-Rubrik der lokalen Tageszeitung erscheinen. Es gibt Bücher über richtiges Kochen, guten Sex und darüber, in welchem Winkel zur Südseite des Hauses man sein Bett aufstellen muß, um umgeben von gutem Karma selig süß schlafen zu können. Nur die goldenen Regeln des Sterbens gibt es nicht – und dabei dürfte die Zahl der Interessenten nicht gering sein.

Schlagen wir also ein neues Kapitel der Weltliteratur auf, erweitern wir die Regale in den Buchhandlungen um ein neues Thema und machen wir uns daran, dem Tod stilvoll in die hohlen Augen zu blicken.

1. Vorbereitung:
A Nehmen Sie sich Urlaub. Sagen Sie Ihren Bekannten, Freunden und Nachbarn, daß Sie sich in den nächsten Wochen an einem Ort befinden, an dem sie weder telefonisch noch sonstwie zu erreichen sind. So wird niemand auf die Idee kommen, Sie an ihren freien Tagen aufzusuchen – sei es aus freundschaftlichen Gründen oder gar Sorge, weil sie nicht mehr tagtäglich im Treppenhaus Small Talk halten. Zieht irgendwann ein süßlich-stechender Duft aus Ihrer Wohnung, wir man schon früh genug hinter den wahren Grund Ihrer Abwesenheit kommen.

B Entscheiden Sie sich für eine Ihnen angenehm erscheinende Todesart. Erkundigungen über Effektivität und eventuell damit verbundene Schmerzen können Sie jeden Tag aus dem Privatfernsehen oder der Steven-King-Lektüre beziehen.

1.) Schlaftabletten: Pillen einwerfen, einschlafen, nie wieder aufwachen. Fast zu schön, um wahr zu sein. Das dachten sich auch die Pharmakonzerne, die nicht länger Kunden und damit Geld verlieren wollten. Mit modernen Schlaftabletten stirbt sich nicht mehr so leicht. Viel wahrscheinlicher ist, daß Sie alles vollkotzen und nur mit viel Glück dann daran ersticken. Womit Sie letzten Endes zweifellos auch tot wären, aber vorher den schlechtesten Trip aller Zeiten erlebt hätten.

2.) Erhängen: Das muß gelernt sein, sonst entpuppt sich die wohl traditionellste Todesart schnell als Farce. Ist das Seil korrekt geknüpft und der Fallwinkel richtig berechnet, bricht in Sekundenschnelle das Genick. Falsch gemacht zappelt man minutenlang unkoordiniert wie ein Fisch an der Angel. Für die Beiwohner des Vergnügens sicherlich unterhaltend, für den Sterbenden selbst eine unnötige Qual. Sowas soll ja vermieden werden.

3.) Anzünden: Das tut weh. Allerdings fühlt man zum letzten Mal im Leben Schmerz und somit sollte es auch einer sein, den man so schnell nicht wieder vergißt.Als Bonus sieht das Verbrennen sehr spektakulär ist und ist zumindest außerhalb von kurdischen Demonstrationen und indischen Ehestreitigkeiten nicht alltäglich. Möglicherweise springt eine Titel-Story in irgendeinem Boulevard-Blatt dabei heraus und sie werden posthum berühmt.

4.) Ertränken: Nur Seemänner, kleine Kinder, die aus Versehen in den Gartenteich fallen, und Leonardo DiCaprio kommen auf die Idee, ins Wasser zu gehen. Haben Sie sizilianische Freunde, übernehmen diese es sicherlich gern, Sie zusammen mit einem Paar neuer Betonschuhe im nächsten Baggersee zu versenken. Mit etwas Mühe – und die sollte Ihnen Ihr Selbstmord schon wert sein – können Sie sich auch selber in Gesellschaft von Felsbrocken ins kühle Naß schubsten.

5.) Erschießen: Der Klassiker unter den Suizidarten. Bumm – tot. In der Theorie zumindest. Um zu vermeiden, in der nächsten Woche als sabbernder Irrer mit einem dicken Pflaster am Kopf aufzuwachen, gibt es diverse Techniken, beispielsweise sich die Waffe in den Mund zu stecken, um einen relativ sicheren Ausgang zu beschwören.

6.) Überfahren lassen: Da die Wahrscheinlichkeit, tot zu sein, relativ hoch ist, nachdem ein ICE über Ihren auf den Gleisen liegenden Kopf gerollt ist, ist diese Möglichkeit für Sie als zielorientierten Selbstmörder nicht zu verachten. Allerdings gilt zu bedenken, daß Sie danach Ähnlichkeit mit einem zerdrückten Cheeseburger aufweisen, aus dem die Sauce an den Seiten herausquillt. Dieser Umstand kann Ihnen selber zwar ziemlich egal sein, da Sie zu diesem Zeitpunkt schon mausetot sind, wirkt aber oft schockierend für den Zugfahrer, der dadurch einen seelischen Schock erleidet, Alpträume und Psychosen bekommt und anschließend brutal seine Familie plattwalzt oder impotent wird. Oder beides.

7.) Luft anhalten: Sehr beliebt als Drohgebärde bei dicken Grundschülern, die nicht genug Süßigkeiten kriegen, aber auch zum professionellen Einsatz bei psychisch labilen Suizidkandidaten optimal. Die Vorteile liegen klar auf der Hand: Spontaneität und Flexibilität. Ihre Freundin hat Sie verlassen? Sie haben eben ein schlechtes Zeugnis überreicht bekommen? Oder Sie können einfach Ihren Anblick im Spiegel nicht mehr ertragen? Alles kein Problem – Luft anhalten und sterben. Immer und überall anwendbar, ob zu Hause, auf der Arbeit oder beim Sex.

8.) Pulsadern aufschneiden/Auoaggression: Eigentlich nur etwas für Memmen und Weiber. Trotzdem erfreut sich diese Methode großer Beliebtheit. Vielleicht weil es so einfach ist und so viel herzlicher und freundlicher klingt als sich vom Zug überfahren zu lassen. Einweg-Rasierer gekauft, Arm in Wasser aufgeweicht, losgeschnibbelt und möglichst nicht hinschauen, damit Ihnen nicht übel wird. Es wäre doch äußerst schade, in Ohnmacht zu fallen, bevor die scharfe Klinge zum Einsatz gekommen ist.

9.) Sprung vom Hochhaus: Eher etwas für Großstädter. Dorfbewohner könnten eventuell den Skyscraper durch den ortsansässigen Kirchturm ersetzen, wenn ihnen dies nicht zu blasphemisch erscheint. Tief einatmen, die Arme wie Flügel ausbreiten und hinunterspringen in das Paradies, Halleluja! Klingt verlockend einfach, ist aber mit einigen Schwierigkeiten verbunden. Erst einmal müssen Sie eine geeignete, senkrechte Startrampe finden, die hoch genug ist, damit Sie beim Aufprall auch sicher sterben und sich nicht nur das Bein verstauchen. Und dann müssen Sie es in dem ausgewählten Gebäude auch noch ganz bis nach oben schaffen. Viele Menschen wollen Selbstmördern das bevorstehende Erlöschen ihrer Existenz nämlich nicht gönnen und stellen ihnen Hindernisse wie die alarmierte Feuerwehr, Sicherheitspersonal oder den eiligst herbeigerufenen Psychologen in den Weg. Eine Verkleidung als Mitglied des Reinigunscorps kann in diesem Falle hilfreich sein.

10.) Amok: Etwas für echte Männer, die noch eine Menge verhaßter Arbeitskollegen oder Kegelbrüder mit in den Tod nehmen wollen. Um allerdings nicht gleich von der ersten vorbeilaufenden Emanze mit Pfefferspray außer Gefecht gesetzt zu werden, ist es günstig, bereits einige Zeit vor dem Amoklauf mit intensivem Training zu beginnen. Auch gute Planung sollten Sie nicht unterschätzen. Öffentliche Plätze mit vielen attraktiven, glücklichen und politisch korrekten Menschen eignen sich besonders gut, um ein Blutbad anzurichten, und den direkten Weg ins Fegefeuer einzuschlagen.

11.) Heldenhaft: Definitiv der Weg, noch etwas Gutes zu tun, und zum ersten Mal im Leben von allen geliebt zu werden. Leider bieten sich nicht allzu oft Gelegenheiten für ein heldenhaftes Dahinscheiden. Daher heißt es Augen auf bei der nächsten Geiselnahme in der Sparkasse am Eck. Am besten ist, die gefährdeten Personen sind Kinder, Familienväter, schwangere Frauen und Großmütter. Und ein kleines Kätzchen als Zugabe wäre auch nicht schlecht. Ergibt sich keine Geiselnahme, bietet sich auch ein Flammeninferno an – notfalls können Sie diesem mit einem Benzinkanister auf die Sprünge helfen. Auch hier gilt der oben genannte Personenkreis als zuerst zu retten. Und Sie sterben dann, nachdem sie den blinden Opa Obermaier aus dem Haus getragen haben, auf dem Weg zum Spital.

C Übrigens: Heute ist ein guter Tag zum Sterben.

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Neue Kategorie: Super Symbolfotos (1)

Mai 11, 2009 · Kommentar schreiben

Ab sofort und angeregt durch das tägliche Medienbeowsing möchte ich eine neue Kategorie eröffnen: Super Symbolfotos. Den Start macht folgende Glanzleistung der Netzeitung:

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Hello Kitty, Goodbye Dignity

April 29, 2009 · Kommentar schreiben

Hat jemand eine fiese Katze, die er bestrafen möchte? Dann ist das „Hello Kitty Transformations Set“ die erste Wahl. Aus Japan. Klar. Ich mag Hello Kitty. Ehrlich. Aber das ist eindeutig too much.

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Pwned: Google Streetview-Fail

April 16, 2009 · Kommentar schreiben

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Ein Google Streetview-Auto fährt auf eine sehr niedrige Brücke zu. Was passiert?
Genau.

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Twitter, zieh’ dich warm an

April 6, 2009 · Kommentar schreiben

Flutter – Microblogging war gestern, Nanoblogging ist die Zukunft!

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Twittercizing

April 2, 2009 · 3 Kommentare

twitterAufgestanden. Sportklamotten an. Fertig zum Laufen.

Bin ich laufen gegangen?

Nö.

Ich twittere und schreibe eMails und blogge und lese meine Lieblingsblogs.

Aber ich trage mein Sportzeug. Und das muß doch irgendwie zählen. Verbrennt nicht auch die gute Absicht Kalorien?

Meine Finger bewegen sich mit erstaunlicher Geschwindigkeit über die Tatstatur. Danke, Frau Koch, meine Lehrerin im Computerkurs in der fünften Klasse. Es kann gar nicht anders sein, als daß ich Kondition und Muskeln aufbaue, während ich twittere.

Warum?

1. Das Outfit (Nike Run, ich liebe Dich dafür, daß Du meinen Po winzig aussehen läßt)
2. Die Geschwindigkeit meiner Finger (s.o.)
3. Twittering ist wie eine lange, ungeordnete und unzusammenhängende Konversation mit einem Haufen Leute, die man nicht kennt. Ziemlich anstrengend. Anstrengung bedeutet, daß man Kalorien verbrennt, nicht?
4. Wenn ich twittere, denke ich über all die Dinge nach, die ich eigentlich tun sollte. Ich stelle mir vor, wie ich laufe. Zum Beispiel. Vorstellungskraft ist SO, SO kraftvoll! Sagen wir das nicht immer den Kindern? Etwas so Kraftvolles MUSS als Training zählen. Meine ich. Wirklich.
5. Außerdem stehe ich hin und wieder vom Schreibtisch auf, wenn ich tweete (oh, ich bin so gut mit der Lingo!). Gehe in die Küche, öffne den Kühlschrank, hole einen Apfel oder so heraus. Wenn das keine Kalorien verbrennt, was dann, bitte?

Also, all Ihr Tweets (Tweople?) da draußen, die Ihr an einem Schreibtisch sitzt, ins Laptop tippt und den lieben langen Tag mitEuren virtuellen Freunden chattet – das ist möglicherweise nicht die beste Wahl für Eure Figur. Aber nicht verzweifeln, Ihr „Twittercized“! Feel the burn!

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Kinderkram

Januar 12, 2009 · Kommentar schreiben

Im Bild: eine ruhige Ortseinfahrt, zwischen Alleebäumen. Zoom auf ein Verkehrsschild mit der Aufschrift „In dieser Gemeinde wohnen 216 Kinder“ und den Silhouetten zweier Schüler, die Hand in Hand über die Straße gehen. Die Kamera fährt zurück, zeigt wieder die Straße, auf der sich jetzt deutlich hörbar ein Auto nähert. Da kommt auch schon von unten ein roter Sportwagen in Sicht Er rast schlingernd durchs Bild und verschwindet hinter einer Biegung. Plötzlich ein dumpfer Aufprall, zwei Sekunden Stille, dann kommt die Kiste im Rückwärtsgang zurückgefetzt und bleibt neben dem Warnschild stehen. Ein Mann steigt aus, zückt einen schwarzen Filzstift, streicht die Zahl „216″ durch, schreibt „214″ daneben, steigt wieder ein und fährt weiter.

Finden Sie das lustig? Ach, nein? Das ist aber auch typisch…

Man muß sich wirklich fragen, was aus den tabulosen Perversen von früher geworden ist. Der sexuelle Underground, der in vergangenen Jahrzehnten seine verbotenen Parties feierte und genüßlich/trotzig alles ablehnte, was die Gesellschaft als „normal“ bezeichnete, wurde in den 80er & 90er Jahren Teil der volltherapierten Opfergesellschaft, die heute die öffentliche Diskussion beherrscht.

„Eigentlich sind wir eh irgendwie normal“, entschuldigen sich Sadomasochisten, Gummifetischisten und Faustficker heutzutage permanent. „Wir tun ja niemandem was Böses – außer, er oder sie will es unbedingt. Wir leben ganz alltägliche Leben und spielen nur in unserer Freizeit ein bißchen herum; aber wie Sie wöchentlich im Kabel-TV sehen können, liegen wir damit voll im Trend. Nein, die wirklich Kranken, das sind die Nekrophilen und die Kinderschänder.“
Womit wir auch gleich wieder beim Thema wären: Kinder. Nicht, daß hier deren Mißbrauch das Wort geredet werden soll (Pfui! Wer will die stinkenden Fratzen schon näher an sich heranlassen als unbedingt notwendig?!) – aber es ist höchste Zeit, diese kleinen Parasiten endlich von ihrem Podest zu stoßen. Doch das ist selbst in „perversen“ und angeblich so toleranten Kreisen nicht so einfach, wie es klingt.

Probieren Sie nur einmal, sich auf der nächsten S/M-Party als Kinderhasser zu erkennen zu geben. Sie werden unter Garantie böse Blicke ernten, ungefähr so, als hätten Sie auf Solschenizyns Geburtstagsfeier Gulag-Witze erzählt. Warum das so ist? Ganz einfach: Die Leute, die sich da neben Ihnen Nadeln durch die Genitalien stecken lassen, geben sich nicht nur in der Öffentlichkeit kleinbürgerlich, sondern sind es wirklich – und sie züchten zu Hause selbst einen Haufen Nachwuchs, der einmal in ihre Fußstapfen treten soll. Ungefähr so wie im katholischen Betverein…
Damit muß endlich Schluß sein! Also sprechen Sie mir langsam nach:

1.Kinder sind weder Heilige noch „unschuldige“ höhere Wesen. Man muß sie daher auch nicht so behandeln.
2.Es gibt keinen Grund, warum Sie dem biologischen Imperativ zur Fortpflanzung folgen sollten. Sie gehorchen ja auch sonst nicht allem, was Ihre Hormone wollen, oder?
3.Es gibt zu viele Menschen auf der Welt. Machen Sie keine neuen. Spotten Sie lieber bei jeder Gelegenheit über das „Wunder der Geburt“.
4.Fordern Sie die Schaffung kinderfreier Zonen! Beschweren Sie sich in Restaurants oder anderen öffentlichen Lokalitäten, wenn frei herumlaufende Minityrannen losplärren, ihre Umgebung plagen und von hauptberuflichen Gebärmüttern in aller Öffentlichkeit gesäugt werden. (Packen Sie etwa im Kaffeehaus Ihre sekundären Geschlechtsorgane aus?)
5.Wehren sie sich dagegen, von den Bälgern Ihrer Bekannten stundenlang belästigt, am Haar gezogen oder mit Speichel benetzt zu werden. Wenn die Eltern schon in der Erziehung versagen, sollen sie den Nachwuchs gefälligst in den Keller schicken, wo er sich in aller Ruhe „entfalten“ kann.
6.Lassen Sie sich nicht diskriminieren, nur weil Sie Ihre Gene nicht weitervererben wollen. Kinderlosigkeit ist kein sozialer Makel, sondern vielmehr die herausragendste Eigenschaft einer Elite. Die ist zwar naturgemäß zum Aussterben verurteilt – doch wenigstens hinterläßt sie meist ein intellektuell anspruchsvolleres Erbe als Fleisch, Blut und Unkosten.

So, und jetzt könnte ich Ihnen noch den Witz über die zwei kleinen Buben in der Sandkiste erzählen… Aber so weit sind Sie wahrscheinlich immer noch nicht.

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Liftfahren

November 21, 2008 · Kommentar schreiben


Wie ich gestern so beengt im Lift eines modernen Hochhauses im elften Wiener Gemeindebezirk stand (fragen Sie mich jetzt nicht, was ich am Rande der Welt mache!), fiel mir ob der Situation folgendes ein:

Wie man sich im Fahrstuhl Freunde schafft
- eine Anleitung zum Glücklichsein.

Nichts ist schlimmer als Aufzug fahren: Auf engstem Raum stehen einige wildfremde Leute dicht nebeneinander, alle haben das Ziel, möglichst schnell wieder herauszukommen. Der eine hält die Luft an, einem anderen entweicht gar ein leichtes, verschämtes Lächeln, noch ein anderer hat gar etwas zu verbergen… Und Sie stehen mitten drin und haben noch eine Menge Zwischenstops vor sich. Hier ein paar Tips, wie Sie etwas Unterhaltung in die trostlose Fahrstuhl-Athmosphäre bringen können und wie Sie leicht ein paar neue Freunde finden.

1.
Wenn im Aufzug jemand vor Ihnen steht, dann tippen Sie ihm kurz auf die Schulter und tun so, als ob Sie es nicht gewesen wären.

2.
Stellen Sie ihren Schreibtisch hinten in den Aufzug, setzen Sie sich dahinter und fragen alle Leute, die hereinkommen, ob sie denn einen Termin haben.

3.
Tun Sie so, als wären Fliegen im Aufzug und schlagen Sie wie wild um sich.

4.
Ziehen Sie Ihre Designer-Digitalkamera aus der Tasche und machen Sie Photos von den anderen Leuten im Fahrstuhl.

5.
Wenn andere Leute einsteigen, fragen Sie sie höflich, in welche Etage sie wollen. Dann drücken Sie die falschen Knöpfe.

6.
Drücken Sie alle Knöpfe, die noch nicht leuchten, bevor Sie aussteigen.

7.
Stellen Sie Ihren Aktenkoffer in die eine Ecke das Fahrstuhles und sich in die andere. Fragen Sie andere Leute, die hereinkommen, ob auch sie so ein seltsames Ticken hören.

8.
Sehen Sie einen anderen Fahrgast eine Zeit lang mit starrem Blick an und schreien dann ganz laut: „Du bist auch einer von denen!!!“ Treten Sie dann langsam zurück, ohne ihn auch nur einen Moment aus den Augen zu lassen.

9.
Wenn irgendjemand einen Knopf drückt, machen Sie ein paar lustige Geräusche, zum Beispiel Quietschen, Zischen, Schnalzen.

10.
Drücken Sie einen Knopf und tun Sie so, also ob Sie einen elektrischen Schlag bekommen hätten. Drücken Sie dann den gleichen Knopf noch einmal und beginnen Sie dabei, heftig zu zucken und zu schreien. Hören Sie plötzlich damit auf und fallen Sie auf den Boden.

11.
Markieren Sie Ihre Zone mit Kreide auf dem Fahrstuhlboden.

12.
Wenn neue Fahrgäste den Lift betreten schauen Sie erst betreten, dann halten Sie sich die Nase zu und murmeln Dinge wie „Mir wird schlecht“, „Das gibt’s ja wohl nicht“ und „Oh mein Gott, was ist das? Was riecht denn hier nur so entsetzlich?“

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