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Viele Gesichter

Dezember 20, 2009 · Kommentar schreiben

Sonntagabendbeschäftigung mit viel Lachen und einer Menge Spaß. Step und ich fahren, wie man sieht, nicht nur Rad, sondern kennen dank einer Menge Tatendrang und der Abstinenz eines Fernsehers auch noch zahlreiche andere Freizeitbeschäftigungen. Zugegeben, das Video erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, so haben wir unter anderem das Wintergrillen, Lesen, auf der Couch knautschen und Maroni rösten vergessen, immerhin läßt uns dies aber die Option auf ein trendiges Sequel offen.

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Wahnsinnsstimmung

Juli 21, 2009 · 1 Kommentar

wahnsinn

Im Radio spricht ein Experte über das sicherste Verkehrsmittel. Nein, weder Flugzeug noch Bahn. Es handelt sich um den Fahrstuhl. Der gute Mann hat recht. Etwa schon mal gehört, daß zwei Fahrstühle zusammengestoßen sind? Oder daß einer entführt wurde?

Ich blättere in alten Illustrierten. „Mariah Carey: Sie ist wieder da – nur ohne ihre Kleider.“ Die Arme. Ich blättere im „Heute“ der Kollegin und entdecke ein Super-Angebot: „Wenn Sie nebst einem fünf- bis siebenstelligen Einkommen Prämien wie Auto, Yacht, Flugzeug und Villa geschenkt bekommen wollen, dann rufen Sie heute noch an.“ Das klingt aber mal gut.

Auf YouTube verspeist ein weiblicher Jackass-Fan ein Brot, das mit dem Ohrenschmalz ihrer Idole beschmiert und mit deren Haaren belegt ist. Daraufhin wird sie zum Mega-Fan gekürt. Um auf andere Gedanken zu kommen, wechsle ich zu RTL. Ein Quiz vor der Werbepause verbreitet Kurzweil: „Was steckt man Babys zur Beruhigung in den Mund? 1. Schnuller. 2. Cevapcici.“ Einfach anrufen und gewinnen. Ich rufe einfach an und gewinne nicht.

Per eMail trudelt ein seriöses Geschäftsangebot ein. Absender: „Mr. Peter Nduku, one of the former adviser on arms control and acquisition to the current president of Sierra Leone, His excellency Ahmed Kabbah.“ Keine üble Referenz. Die Rede ist von Investitionen mit enormer Rendite. Die Sache hat natürlich viel mit Vertrauen zu tun und so, dafür gibt es nur wenig Formalitäten und null Risiko. Muß ich mir echt überlegen.

Blättere im Teletext. Stimme bei Votings mit ab: Haben Sie Angst vor Gen-Food? Sollen Jackos Kinder ins Showbiz? Finden Sie den Flamingo-Nachwuchs in Schönbrunn süß? Brauchen die ISS-Astronauten wirklich zwei Klos? Zur Auswahl stehen immer „Ja“ und „Nein.“. Entscheide mich stets ein Mal für „Ja“ und ein Mal für „Nein“. Man weiß ja nie. Lande auf einer Teletext-Seite mit Telefonsex-Angeboten. Es locken Christina („Von der Uni geflogen: Ich will poppen statt büffeln.“), Lola („Warte nicht, bis ich alt bin“) und Babs, 21 („Ossi-Zicke, hat eine Menge aufzuholen“). Hallo, wo ist denn hier das Angebot für Damen, ihr Sexisten!?

Ein namensloser Personaldirektor trägt mir per E-Mail „ein zusätzliches monatliches Einkommen über 5.000 *“ an. Ich weiß zwar nicht, um welche Währung es sich bei * handelt, aber 5000 klingt schon nach einer Menge Zaster. Zumal es heißt: „Keine Versicherung – Kein Haustürgeschäft – aber arbeiten müssen Sie bei uns auch!“ Das schafft Vertrauen.

Noch eine Nachricht auf dem Rechner: „Hallo, nachdem ich dir ja schon eine Mail geschickt habe, weiss ich leider nicht ob sie bei dir angekommen ist, weil ich einen Fehler gemacht habe. Jetzt aber noch einmal: bevor mich wieder der Mut verlaesst, will ich es gleich sagen: Ich habe mich wirklich in dich verliebt! Da ich mich nicht traue es dir persoenlich zu sagen, habe ich mich entschlossen, mich bei einem tollen Angebot anzumelden und Dir diese Mail zu senden. Wenn Du wissen willst wer ich bin, gehe auf die Seite und gebe als usernamen …“ Muß ich unbedingt machen. Aber wozu brauchen die meine Kreditkartennummer?

Der junge Mann im Radio kündigt einen „Oldie“ an: das Titanic-Lied. Ist das schon wieder so lange her? Wie die Zeit vergeht! Was bedeutet „My Heart Will Go On“ überhaupt? Das Internet-Übersetzungsprogramm hilft: „Mein Inneres geht auf“. Danke vielmals. „Smoke on the water and fire in the sky“ heißt übrigens „Rauchen Sie auf dem Wasser und dem Feuer im Himmel“. Und „Yesterday all my trouble seemed so far away“ auf gut Deutsch: „Gestern meine schien ganze Mühe bis jetzt weg“. Von wegen, man verblödet vor dem Computer und lernt nichts bei die Medien.

Wo wir schon beim Lernen sind: Im Computer wollen mich wieder tolle Frauen kennenlernen. „Hallo, lieben Sie junges, unverdorbenes Blut …“, „Tired from demanding western wifes? Russian hosewifes are different and want to satisfy you!“, „I am home alone waiting for you. Just Katrina, her girlfriends and our little camera!“ Dabei steh’ ich eigentlich schon immer auf Männer.

Bin etwas verspannt. Schaue zur Abwechslung Soaps. Dann Krimis. Magazine. Boulevard Bio. Keine Ahnung, wer da zu Gast ist. Bin müde, alles dreht sich. Tomaten aus der Dose sind okay, aber den Pfeffer immer frisch aus der Mühle. Danke, Bio.

Erfahre, dass Bio den Boulevard bereits verlassen hat. Was hab ich dann gestern geglotzt? Kerner? n-tv-Aktienkurse? Schaue ich zu viel fern? Oder zu wenig? Recherchiere im Internet über das Thema Medienerkrankungen. Symptome: Verbaldiarrhoe, Hirninkontinenz, Differenzierungs-Unverträglichkeit. Das ängstigt mich. Merke dann, daß ich auf einer Satire-Seite gelandet bin. Keine Erleichterung, stattdessen Schwindelgefühl. Träume von Talkshows: Friedman ist bei Bärbel Schäfer zu Gast. Dann Schäfer bei Friedman. Dann beide bei der Kiesbauer. Dann kochen alle gemeinsam bei Bio.

Wache schreiend auf. Schaue in den Spiegel. Bin blaß. Ein Glück, daß mir per Mail die „Amish Healing Salve“ angeboten wird. „From the heart of Amish country comes an all natural healing ointment passed down from several generations. Over 50.000 tins have been sold so far all over the world yet every tin is still made and packaged by the same family.“

Zur Entspannung wieder Teletext. „Heiße XXX-Spiele auf WC heimlich belauscht.“ Ich weiß nicht so recht. Habe schon ein Rauschen im Ohr. Vielleicht doch zur „Gummibärchenparty“? Motto: „Wir haben die Bärchen. Hast Du den Gummi? Wir brummen live.“ Es brummt. Es dröhnt. Es schwankt. Sollte wirklich zum Arzt. Dr. Brinkmann vielleicht? Praktiziert leider nicht mehr. Bekomme kaum noch Luft. Wie soll es weitergehen, was mache ich nur aus meinem Leben? Andere Menschen verbringen ihre Zeit immerhin damit, Bilder zu malen, auf denen Fred Feuerstein einen geblasen bekommt, wie ich im Internet sehe. Mir wird schwarz vor Augen.

Wieder besser drauf. Die Post bringt die Telefon-Rechnung. Von wegen Vorkriegspreise.

Ich sollte ein paar Tage ausspannen. Wegfahren. Vielleicht zu den Amish-Leuten mit der Salbe. Oder in Rußland die netten Hausfrauen besuchen. Hoffentlich bekomme ich noch einen Fahrstuhl.

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WTF Pope2You?

Mai 20, 2009 · Kommentar schreiben

benedictDer Papst rockt! Oder versucht’s zumindest. Während His Holiness noch vor wenigen Monaten, genauer gesagt im Jänner, wüst gegen Facebook wetterte („If the desire for virtual connectedness becomes obsessive, it may in fact function to isolate individuals from real social interaction“; überspitzte Kernaussage: Webfreunde sind doof, nur echte Freunde sind gut), geht’s ab morgen Web 2.0-mäßig im Vatikan so richtig rund. Ganz nach dem Vorbild von US-Präsident Obama will sich die Katholische Kirche international im Web etablieren und ihre rund eine Mmilliarde Mitglieder über Web 2.0-Angebote vernetzen. Am morgigen Donnerstag wird eine neue Webseite von Papst Benedikt XVI unter dem Titel „pope2you“ starten, die in erster Linie auf ein jugendliches Publikum abzielt. „Es soll eine Website für junge Menschen sein. Schon die Eingangsseite zeigt das: der Papst mitten unter Jugendlichen“, so Erzbischof Claudio Maria Celli, Präsident des Päpstlichen Medienrates, bei der Präsentation der neuen Plattform.

Die Webseite ist laut Celli darauf ausgerichtet, in ein Gespräch mit jungen Leuten zu kommen, das möglichst offen und reichhaltig sein soll. Sie würde eine Reihe von Angeboten umfassen, die den Surfgewohnheiten der Jugend angepasst wären. So gehöre etwa auch ein nach Wikipedia-Vorbild gestalteter Auftritt namens „Wikicath“ dazu. „Die Seite wird zum Start in fünf verschiedenen Sprachen angeboten, dazu zählt auch Deutsch“, sagt Erich Leitenberger von der Katholischen Presseagentur Österreich . Auch ein Link zur Facebook-Seite des Papstes werde dabei sein. „Dort schreibt er zwar bisher noch nicht selbst, es sind aber zahlreiche Texte vom Papst auf der Facebook-Page abrufbar“, erklärt Leitenberger. Zusätzlich zu den Web-Angeboten auf pope2you soll es auch eine iPhone-Anwendung des internationalen Nachrichtenkanals „H20news“ geben.

Unser aller Held Papst Benedikt konnte sich zwar erfolgreich diversen Geschlechtsverkehren entziehen (zumindest behauptet er dies), ist dem Thema Social Networks aber auch verfallen. Nicht, daß das jetzt zu verteufeln wäre (darf man das Wort im Zusammenhang mit dem Papst überhaupt verwenden?), aber ein bißchen komisch ist das schon, oder? Wobei es ja nichts Innovatives für die katholische Kirche ist, neue Welten zu entdecken und deren Bewohner zu bekehren, sondern quasi Kernkompetenz.

Wie dem auch sei und wie jeder auch dazu steht: Ich wollte das nur mal gesagt haben. Papst auf Twitter, Papst auf YouTube, Papst auf Facebook, Papst überall. Mir persönlich macht das Angst. Und ich bin der festen Überzeugung, daß jedes Mal irgendwo auf der Welt ein kleines Kätzchen stirbt, wenn Ratzi von irgendeinem religiös-hysterischen Teenager „gefriended“ wird.

Kategorien: Blabla · Internet · Web 2.0
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Weil wir Dich lieben…. <3

Mai 5, 2009 · 1 Kommentar

Unglaublich herzige Aktion in Dänemark: Polizisten stoppen helmlose Radfahrer in der Innenstadt, nehmen sie mal fest in den Arm und geben ihnen dann Helme.

Brug cykelhjelm, fordi vi elsker dig…

Kategorien: In The News
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