Wie die Zeit vergeht

18 Tage noch.

Dann geht unser Flug.

Dann werde ich zum letzten Mal unsere Straße entlang gegangen sein. Dann war ich zum letzten Mal bei „meinem“ Bäcker. Dann werde ich das letzte Mal auf unserem Balkon gestanden haben. Dann saß ich das letzte Mal in unserem Auto. Auf unserer Couch. Bin barfuß übers Parkett gelaufen.

Dann habe ich ein paar Menschen zum letzten Mal gesehen.

Es wird mir ein bisschen flau im Magen bei dem Gedanken. Ich bekomme ein wenig Angst. Aber so ist das wohl, wenn man der sicheren Gleichförmigkeit einen Arschtritt verpasst und sich kopfüber in ein Abenteuer ungewissen Ausgangs stürzt.

Zum Glück hab‘ ich ihn dabei. Den Mann.

In 18 Tagen beginnt unser neues Leben. In 18 Tagen beginnt unser Traum.

Dynjandi

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… und schaut auf unserer Website vorbei.

Gekauft!

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Noch ist es kaum zu glauben, ein bißchen unwirklich das alles, aber gut. Sehr gut. Viele glückliche Zufälle waren es, die uns an den Punkt brachten, an dem wir nun sagen können: Er gehört uns, unser Traumhof in Island. Malerisch zwischen Bergen und Meer im Südosten des Landes gelegen wird er zukünftig nicht nur das Zuhause von Step und mir und unseren 15 Pferden sein, sondern auch vier Gästezimmer beherbergen, in denen man einen tollen Urlaub verbringen und sich die Zeit mit zum Beispiel Ausritten, Wanderungen, Foto-Touren, Hummer essen und Ausflügen zu den nahegelegenen Gletschern vertreiben kann.

Nähere Informationen dazu werden wir Euch in den nächsten Wochen mitteilen können und im September werden wir voraussichtlich die ersten Gäste empfangen können!

Zuwachs!

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IS2012155086 Mídas frá Þorkelshóli 2.
V. IS2006137316 Magni frá Hellnafelli (5-jährig 8.5 für Tölt, Trab, Galopp, Character und Gehwille, 9 für Form unter dem Reiter; als 4-Gänger Elite gerpüft!)
VV. IS2000187051 Gígjar frá Auðsholtshjáleigu
M. Trissa frá Þðrkelshóli 2 (1. Preis für Exterieur)

Zu feige zum Umfallen

6.21 Uhr. Es ist dunkel. Ich kämpfe mich auf meinem Rad 17 Kilometer über stille Straßen ins Büro. Es ist, als zöge ich einen nassen, toten Körper hinter mir her. Oder hunderte. In einer langen Reihe, Hände an Füße gebunden, reiben sie schwer über die Straße und bremsen jeden Tritt.

Ich will nicht mehr. Will einfach meine Beine nicht mehr bewegen. Anhalten. Absteigen. Oder einfach umfallen. Das Rad die Böschung hinunterwerfen. Scheiß drauf. Mich im Dreck am Wegesrand zusammenrollen. Noch mehr Scheiß drauf. Scheiß auf Dreck. Tief atmen. Hier neben dem Fluß. Die Augen auf dem Fluß. Die Gedanken hinterher. In Gedanken hinterher. Die Augen zu. Und warten. Bis meine Couch zu mir kommt, sich neben mich hockt und mich bittet einzusteigen. Warten, bis das alles hier vorbei ist, dieses ewig Gleiche, Leben, an dem kein Gefühl hängt, das leer ist und taub macht. Wir leiden wie Kaninchen mit Drähten im Kopf und geschorenen Körpern, stumm und still und duldsam und gefügig hängen wir uns jeden Tag selber an den Tropf.

6.22 Uhr. Es ist dunkel. Ich kämpfe mich auf meinem Rad 17 Kilometer über stille Straßen ins Büro. Es ist, als zöge ich einen nassen, toten Körper hinter mir her. Oder hunderte. In einer langen Reihe, Hände an Füße gebunden, reiben sie schwer über die Straße und bremsen jeden Tritt.

Ich fahre weiter. Zu feige zum Umfallen.

Was Frauen wollen

Entschuldigung, liebe Männer, aber erwarten Sie hier kein Tutorial, wie wir Frauen funktionieren. Hier geht es um anderes. Hier geht es darum, warum ich mich manchmal schäme, eine Frau zu sein. Oder warum ich mich manchmal unter meinen Geschlechtsgenossinnen sehr, sehr einsam fühle.

„Fifty Shades Of Grey“, zum Beispiel. Interessiert mich nicht die Bohne, während alle (weibliche) Welt einen Hype darum macht. Ich habe nicht eine einzige Zeile des Buches gelesen, aber trotzdem eine Meinung: Porno in Buchforum, da muß man sich nicht schämen, wenn man das kauft. Ist immerhin ein Bestseller, steht beim Thalia und nicht in einem klebrigen DVD-Schuppen in der mit einem Vorhang abgetrennten Abteilung. Hat nichts „Entwürdigendes“ und ist von einer Frau verfaßt, also wird die Frau darin auch gut behandelt und nicht zum Objekt degradiert. Oder nur soweit sie es will. Diese unerträgliche Pseudomoral. Dieses unerträgliche „Das ist alles so neu“ schreien und in einen literarisch wertvollen Kontext erheben. Schlimmer macht all das nur noch die Vorstellung an die Verfilmung des Schmafus. Am besten mit Tom Cruise in der Hauptrolle.

Ich habe einmal eines von diesen „Frauenbüchern“ gelesen. Die immer auf Sonnenuntergangsromantik-meets-sehnsuchtsvoll-am-Fenster-stehen-und-in-den-Regen-schauen hinauslaufen und selten irgendwas mit realistischen Zuständen zu tun haben. Auch wenn die Protagonistin angestrengt versucht, jedes Rollenklischee über den Haufen zu werfen.

Ich finde das alles sehr, sehr scheußlich.
Aber es hat mich zum Nachdenken gebracht. Gibt es DIE EINE SACHE, die Frauen lesen wollen?

Vertrauen wir bei der Beantwortung der Frage auf das, was Marktstudien, die von der Werbeindustrie herangezogen werden, offenbar zutagefördern, so wird jedes Buch über Joghurt garantiert ein Bestseller.

Warum hat das noch niemand versucht?

Irgendeine Story auf einer pittoresken griechischen Insel, ein sexy Joghurtmacher in 127. Generation, der sich Hals über Kopf in eine rassige Ziegenhirtin verliebt. Ein bißchen Herzschmerz, sie ziert sich erst, vielleicht kommt noch ein bißchen Gesellschaftskritik dazu (er ein wohlhabender Landwirt, sie ein armes Mädchen ohne Schulabschluß, aber dafür mit fragwürdigen Familienverhältnissen, vielleicht sogar einem Kind, dessen Vaterschaft ob ihrer umtriebigen Vergangenheit nie ganz geklärt wurde). Aber nach 89 Minuten winden sie sich doch ekstatisch im Stroh und das ganze Kaff, aus dem sie stammen, kommt zur Hochzeitsfeier, bei der es Unmengen Joghurt (low fat) gibt. Verwehrt Euch nicht länger diese Belohnung, eßt Joghurt! Findet das wahre Glück am Boden eines Danone Obstgartens. Aber nur dem mit 0,4%, sonst werdet ihr fett und das ist ekelig und niemand wird euch jemals lieben und ihr zieht in ein schäbiges Appartment irgendwo in Wien Simmering statt in einer Villa in Döbling zu enden.

Oder wie wär’s mit einer unglaublich erfolgreichen Geschäftsfrau aus New York, die jedem, der nicht bis drei auf den Bäumen ist, von sich erzählt. Ihrem heimlich in sie verliebten Sekretär, ihrem schwulen Friseur, ihrer leicht dicklichen besten Freundin, dem Taxilenker, dem Mann am Kebabstand, dem Portier ihrer Luxus-Wohnhausanlage in Manhatten. Irgendwann ist sie ihr hippes It-Girl-Leben satt und macht sich im Mittelmeerraum auf die Suche nach sich selbst. Nach Wochen des Herumstreifens und des Gutaussehens in sanft fließenden, weißen Leinengewändern findet sie: Joghurt. Als Metapher ihres neues Lebens ist er nicht starr, sondern formbar, pur, unverdorben und natürlich. Sie verschenkt all ihr Hab und Gut in der Stadt und lebt fortan asketisch auf einer einsamen Insel. Exakt in dem Moment, in dem ihr zu dämmern beginnt, daß sich keiner ihrer Freunde auch nur einen Dreck darum schert, ob sie noch lebt oder nicht, taucht der Portier auf einem Floß am Horizont auf. Den ganzen Weg von Manhatten ist er dahergeschippert, nur um ihr seine Liebe zu gestehen. Pur und rein und unverdorben und natürlich wie sie jetzt ist, ist ihr völlig egal, daß das arme Kerlchen aussieht wie Dany DeVito. Sie küssen sich, während die Sonne im Meer versinkt.

Ich habe noch 80 weitere Buchentwürfe dieser Art. Alle werden im Anhang ein paar Rezepte haben, in denen unbedingt auch Frozen Joghurt, Toppings und Cupcakes Erwähnung finden, sonst verkauft sich der Scheiß in Übersee nicht. Auf die pastellfarbenen Conver kommt ein Vintage-anmutendes Foto von einer Frau in einem H&M-Kleid (Gr. 34) und am besten noch ein unerträglich altklug schauendes Balg mit Lockenmähne.

Ich erwarte vor allem gute Verkaufszahlen an Flughäfen.

Aus gegebenem Anlaß

Tweets, die mit einem @irgendeinname beginnen, tauchen nicht in der Timeline Deiner Follower auf, es sei denn, sie folgen nicht nur Dir, sondern auch @irgendeinname.

FollowFridays, die mit einem @irgendeinname beginnen, sind also sinnlos, da sie nur von Leuten gelesen werden, die der Person eh schon folgen. Möchtest Du aber allen Deinen Followern @irgendeinname empfehlen, mußt Du den Tweet anders beginnen. Und sei es nur mit einem „.“ vor @irgendeinname.

Video

Sibylle Berg: Vielen Dank für das Leben

Island

Island, mein Island. Zwei Wochen wie immer viel zu kurz, zuwenig Zeit. Gefühlt das 400. Mal dort und doch noch nicht genug von Dir. Das wird wohl nie passieren.

Von Wien nach Hamburg nach Keflavík nach Reykjavík nach Akureyri. Zu unseren Hengsten nach Saltvík, über die grünen Ostfjorde weiter an der schwarzen Þórsmörk vorbei nach Höfn, Helmschecken auf Dynjandi bewundern, die Küste entlang an den großen Gletschern vorbei zum Meer, hinaus auf die Vestmannaeyjar und zurück in die Hauptstadt.

Fotos. Nicht einmal halb so schön wie es wirklich war.

Ein „Like“ für Step

Wenn Ihr bei diesem Photo auf „like“ klickt, beweist das, daß Ihr Menschen mit Geschmack seid. Na los, Ihr wollt es doch auch.